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Rendsburg Natalie Gohrke trug die deutsche Fahne
Lokales Rendsburg Natalie Gohrke trug die deutsche Fahne
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06:01 05.11.2019
Von Florian Sötje
Natalie Gohrke aus Kronshagen war bei den Military World Games im chinesischen Wuhan deutsche Fahnenträgerin. Quelle: Bundeswehr/Martin Stollberg
Kronshagen

Mehr als 9000 Sportler und 140 teilnehmende Nationen bei Wettkämpfen in 27 Sportarten: Die neuntägigen Military World Games Ende Oktober in China kann man als sportliche Veranstaltung der Superlative bezeichnen.

Die siebte Auflage der Militärwettspiele, die in Anlehnung an die Olympischen Spiele seit 1995 alle vier Jahre im Sommer und seit 2010 alle vier Jahre im Winter stattfinden, wurde vom chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping offiziell eröffnet, Filmstar Jackie Chan trat mit einer Gesangseinlage bei der Eröffnungsfeier auf. Und Natalie Gohrke, Oberstabsveterinärin am Zentralen Institut des Sanitätsdienstes der Bundeswehr in Kronshagen war dabei mittendrin - oder besser gesagt: vorneweg.

Gohrke begann mit 14 Jahren in Recklinghausen mit dem Basketball

Denn die 36-Jährige tummelte sich beim Einlauf der Nationen nicht unter den 150 deutschen Athleten. Sie führte diese an, mit der deutschen Fahne in der Hand. „Das war wirklich der Wahnsinn und hätte ich mir nie erträumen lassen“, sagt die Kronshagenerin, die sich diese Ehre mit ihren basketballerischen Erfolgen in der Vergangenheit verdient hatte. Diese liegt im Ruhrgebiet.

Mit 14 Jahren begann Gohrke, in Recklinghausen Basketball zu spielen. Mit 17 spielte sie erstmals in der Bundesliga, wurde Nationalspielerin, spielte Europapokal, reiste dafür nach Russland, Spanien oder die Türkei. "In 15 Jahren Leistungssport waren die sieben Jahre Bundesliga in Dorsten meine beste Basketballzeit. Die würde ich gegen nichts eintauschen wollen", sagt Gohrke. Damals absolvierte sie mit Anfang zwanzig ein Fernstudium der Tierpsychologie, später spielte sie in Marburg Bundesliga und studierte Tiermedizin in Gießen.

Ihr Trainer schlug Natalie Gohrke als Fahnenträgerin vor

Bis zum Physikum ließen sich Studium und Sport gut miteinander vereinbaren. Ab 2014, seitdem arbeitet Gohrke in Kronshagen, wurde die Zeit zu knapp. 48 Länderspiele, sechsmal deutscher Vizemeister, ein Pokalsieg – die sportliche Vita steht für sich, und doch sollte der Höhepunkt noch kommen, dank ihres Nationaltrainers. "Jede Sportart kann jemanden als Fahnenträger vorschlagen. Und mein Trainer muss wohl gute Worte für mich gefunden haben", sagt Gohrke mit einem Lächeln.

Für sie ist die Wahl auch eine Auszeichnung für die Tiermediziner der Bundeswehr, und für die Mannschaftssportler gewesen. Denn die Sportförderung betrifft vor allem Einzelsportler. "Wir sind aus unserem normalen Berufsalltag heraus aktiv, spielen von der Kreis- bis zur Regionalliga, oder sind 'Basketball-Rentner' wie ich", sagt die 36-Jährige. Dementsprechend war die Zielsetzung bei fünf Spielen in sechs Tagen gegen Teams wie China oder Frankreich, die mit Erstliga- und Profispielerinnen gespickt waren. "Unser Ziel war, das Spiel gegen Kanada zu gewinnen. Und das haben wir mit 53:50 geschafft."

Kameras in China allgegenwärtig

Neben den sportlichen bleiben auch die kulturellen Eindrücke bei Gohrke haften. Ein ganzes Dorf bauten die Chinesen für mehr als 11.000 Sportler, Trainer und Betreuer. Unterkünfte, Sportmöglichkeiten, der Transfer zu den Wettkämpfen, das Essen – die Organisation beeindruckte. 24.000 Helfer hätten sich mit viel Einsatz um die Sportler gekümmert.

Und auch bei Abstechern in die Innenstadt habe man sich „sehr sicher“ gefühlt, sagt Gohrke. „Natürlich macht man sich dabei aber auch Gedanken über den Überwachungsstaat“, sagt sie. Denn Kameras sind in einer chinesischen Großstadt mit ihren etwa elf Millionen Einwohnern allgegenwärtig. Und auch die Kommunikation nach Hause per WhatsApp oder Facebook war für die Athleten an drei Tagen nicht möglich.

Gohrke würde nochmal teilnehmen

Solche Einschränkungen von staatlicher Seite wird es im kommenden Jahr nicht geben. 2020 findet die militärische Basketball-Weltmeisterschaft in Deutschland statt. „Wenn die Knochen und der Chef wieder mitmachen, werde ich nochmal teilnehmen“, sagt die Kronshagenerin. Ganz ohne Basketball geht es nicht.

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