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Rendsburg Anwohner fürchten um Ruhe in der Natur
Lokales Rendsburg Anwohner fürchten um Ruhe in der Natur
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06:00 12.02.2019
Von Sven Janssen
Die Häuser Kieler Straße 60 und 56, links und Bildmitte (von Bäumen verdeckt) werden abgerissen. Der über die gesamte Breite geplante, neue Gebäudeblock ruft bei Anwohnern Bedenken wegen des Baumbestandes und Lärmemissionen hervor.
Kronshagen

Er will demnächst die zwei Häuser Kieler Straße 60 und 56 abreißen lassen, um Platz zu schaffen. „Ist es gewollt, dass mitten ins Gartenrevier ein großer Parkplatz gebaut werden soll?“, fragte Susanne Ramonat im Bauausschuss. Der Bauherr habe ihr eine Skizze geschickt, auf der hinter den Häusern, wo die Gärten von vier Grundstücken aneinander grenzen, Parkplätze entstehen sollen. „Wenn da jeden Tag die Autos rein- und rausfahren, um auf die 19 Stellflächen zu kommen, dann ist das eine ziemliche Belästigung“, sagte auch Horst Ahrendt, dessen Grundstück ebenfalls direkt an das Areal grenzt.

Auch um den Baumbestand machen sich die beiden Anlieger Sorgen. „Da steht eine über 80 Jahre alte Walnuss mit einem Stammumfang von mehr als zwei Metern. Die müsste gefällt werden, wenn die Pläne stimmen“, sagte Ramonat. Sie habe auch schon Kontakt mit der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) aufgenommen. Seit einer Begehung würde man dort aber auf stumm schalten. „Zehn Bäume müssten gefällt werden, wenn die Parkplätze dort so gebaut werden, wie geplant“, schätzte Ahrendt.

„Ich kann ihre Sorge verstehen“

„Ich kann ihre Sorge verstehen“, sagte Bürgermeister Ingo Sander. Details zu dem privaten Bauvorhaben könne er nicht nennen, da das der Datenschutz verbiete. Für das Gelände gebe es einen Bebauungsplan. „Im Vorweg des Bauantrages gab es ein Sondierungsgespräch im Bauamt. Die Pläne, die uns gezeigt wurden, passen zum B-Plan. Sie können sich aber sicher sein, dass alle Fraktionen ein hohes Interesse haben, dass so viele Bäume wie möglich stehen bleiben“, so der Bürgermeister.

„Weder die Walnuss noch die Kirsche werden gefällt“, sagte Mattner. Insofern könne er die Anlieger beruhigen. Die Parkplatzanlage sei tatsächlich im jetzigen Garten geplant. Das sei, aufgrund der Wegerechte der Nachbarn, nicht anders möglich. „Die Parkplätze sind aber nur für die Menschen, die dort wohnen. Die Fläche wird mit einem automatischen Poller abgesichert“, erklärte er. Die Patienten der rund 270 Quadratmeter großen Praxis, die für vier Allgemeinmediziner vorgesehen sei, würden vor dem Haus angelegt.

Ärzte drücken aufs Tempo

Die vier Ärzte aus Kronshagen seien auch der Grund, warum alles so schnell gehen müsse, so Mattner. Die müssten bis Februar 2020 neue Praxisräume finden, um in Kronshagen bleiben zu können. Das wolle man ermöglichen und habe aus diesem Grund in den ursprünglich reinen Wohngebäudekomplex im Erdgeschoss eine Praxis eingeplant.

Das Interesse, die Ärzte zu halten, habe auch die Gemeinde im Gespräch signalisiert. „Für uns ist es eine echte Herzensangelegenheit, wir wollen wirklich helfen“, so Mattner. Neben den barrierefreien Seniorenwohnungen mit je 70 Quadratmetern sollen zusätzlich zwei 160 Quadratmeter große Penthouse-Wohnungen und die Stadthäuser mit jeweils 140 Quadratmeter Wohnfläche entstehen.

Aufgrund des Zeitdrucks sei der Abriss der Häuser jetzt vorgezogen worden. Mitte März soll der Bauantrag gestellt werden, so der Investor. Im Juni rechne er dann mit der Baugenehmigung.

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