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Rendsburg Ein Kraxel-Universum mit 23.600 Griffen
Lokales Rendsburg Ein Kraxel-Universum mit 23.600 Griffen
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18:00 21.03.2019
Von Sven Janssen
Die Betriebsleiter Marcel (unten) und Sina Spieker (an der Wand) testen schon mal die ersten Routen an der Kletterwand. Quelle: Sven Janssen
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Melsdorf

„Bis dahin muss noch Einiges erledigt werden“, sagt Marcel Spieker, der auch die Bauleitung übernommen hat. Allein im Kletterbereich, in dem an die 16 Meter hohen Wände gerade die verschiedenen Griffe angeschraubt werden, können künftig 92 Seilschaften gleichzeitig den Aufstieg wagen. 200 verschiedene Routen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden können dabei absolviert werden. Auf vier Hubsteigern ist derzeit ein Fachteam dabei, die 23600 Griffe an den richtigen Stellen zu positionieren. „In der kommenden Woche soll der Boden mit einer Spezialmasse zehn Zentimeter dick gegossen werden“, erklärt Sina Spieker. „Am Ende ist der Untergrund ähnlich federnd, wie ein moderner Hallenboden.“

Holzkonstruktionen wie Schiffsrümpfe

Während der Kletterbereich schon auf der Zielgeraden ist, existiert der 600 Quadratmeter große Boulderbereich bislang noch als Rohbau. Wie Schiffsrümpfe sehen die großen Holzkonstruktionen aus, die das Grundgerüst für die bis zu 4,5 Meter hohen Boulderformationen bilden. Anders als beim Klettern geht es hier ohne Sicherung in die Wand. „Bis zum 27. April soll auch dieser Bereich ganz fertig sein“, sagt Sina Spieker. Neben einer Lounge mit eigenem Kamin, der auch die ganze Anlage beheizt, soll es künftig auch Seminarräume geben, die beispielsweise Firmen für Events mieten können.

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Auch außen an dem Gebäude, das komplett in Holzständerbauweise entsteht und schon durch seine ungewöhnliche Form auffällt, kann künftig geklettert werden. „Im September sollte die Außenwand mit den gesamten Anlagen fertig sein“, wünscht sich Marcel Spieker.

Im Januar 2018 ist das Ehepaar nach Kiel gezogen, um die Kletterbar Kiel zu realisieren. Melsdorf ist der dritte Standort des Unternehmens, das ähnliche Hallen in Hannover und Offenbach betreibt. „Seit Klettern olympisch geworden ist, steigt die Nachfrage enorm“, sagt Sina Spieker. Alle drei Disziplinen vom „Speed“, bei dem eine seit 20 Jahren gleiche Route in möglichst kurzer Zeit zurückgelegt werden muss, über „Lead“, bei dem eine unbekannte Route innerhalb eines festen Zeitlimits zu meistern ist, bis zum „Bouldern“, dem Klettern in Absprunghöhe ohne Seil, können in der Halle geübt werden. Insgesamt stehe dabei eine Gesamtkraxelfläche von 2500 Quadratmetern zur Verfügung.

Vollzeitstellen in Aussicht

Damit alles läuft, wollen die beiden Betriebsleiter zu Anfang 25 Minijobs schaffen, künftig schließen sie auch neue Vollzeitstellen nicht aus. Insgesamt hat die Kletterbar rund drei Millionen Euro in das Gebäude investiert, in das auch die Verwaltung der „Erste Trägergesellschaft“, ein Zusammenschluss von privaten Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, mit einem Büro einziehen soll.

www.kletterbar-kiel.de

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