Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Rendsburg ADAC-Manipulation: Eine „Sauerei“
Lokales Rendsburg ADAC-Manipulation: Eine „Sauerei“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:30 21.02.2014
Von Nora Saric
Dieter Schlüter, Vorsitzender des ADAC in Nortorf, informiert sich in der Zeitung über die Manipualtionen. Quelle: Saric
Neumünster

Unsere Arbeit ist anders, lautet die geteilte Meinung in den Ortsclubs im ADAC. Das Image des Automobilclubs habe heftigen Schaden genommen, der Vertrauensverlust sei riesig. Dennoch zählten im kleinen Verein andere Werte.

„Zum Glück hatten wir bisher keine Austritte“, erzählt Gerhard Hillebrand, Vorsitzender des Motorsportclubs (MSC) Neumünster. „Ich persönlich finde es eine Sauerei. Der ganze ADAC leidet unter dem Fehlverhalten eines einzelnen.“ Knapp 150 Mitglieder sind in der Neumünsteraner Gruppe organisiert. „Wir machen schon jahrelang ehrenamtliche Arbeit.“ Darunter fallen zum Beispiel Fahrradturniere an Schulen für Verkehrserziehung und Sicherheitstraining, die Internationale Veteranenrallye zur Holstenköste, große Oldtimertreffen oder auch der Autowettbewerb Slalom Mittelholstein, der dieses Jahr zum ersten Mal in Neumünster ausgetragen wird. „Das, was wir machen, ist davon eigentlich nicht betroffen“, bekräftigt Hillebrand. „Wir lassen also nicht alles, was gut ist, gleich fallen.“ Wenn es jetzt einen Reformprozess beim Bundes-ADAC gebe, sei das gut. „Woran man arbeiten muss, ist der Image-Schaden.“ Das werde Zeit brauchen, glaubt der MSC-Vorsitzende.

Auch Dieter Rhode, Vorsitzender des Automobilclubs Nortorf, bangt um das Ansehen des ADAC: „Das Vertrauen, das vorher groß war, ist verloren gegangen.“ Das Grundprinzip sei nach wie vor gut. „Das, was wir vom ADAC wollen, ist die Pannenhilfe auf der Straße, dass der gelbe Engel zu jeder Tages- und Nachtzeit kommt, oder auch der Krankentransport aus dem Ausland“, unterstreicht Rhode. „Das ist das Wichtige, nicht die gefälschten Zahlen.“ Die Nortorfer Clubmitglieder ärgerten sich natürlich über die Machenschaften „ganz oben“, aber ausgetreten sei bisher keines. Die Nähe zueinander zähle in den Ortsgruppen. „Wir machen hier viel ehrenamtliche Arbeit, wir haben sehr engen Kontakt zu den Mitgliedern.“ Rund 90 sind es zurzeit. Es zähle das Vereinsleben, die Geselligkeit. Neben Fahrradturnieren in den Schulen oder Kart-Fahren für Kinder und Jugendliche organisiere der Verein gemeinsame Ausflüge und Freizeitangebote für alle. „Die Verfälschung von Zahlen und Berichten ist nicht richtig. Das ist Manipulation“, findet Rhode. Er hofft, dass sich die Wogen bald wieder glätten.

Der Motorsportclub Bornhöved im ADAC sieht die positive Seite: „Solch’ ein Anlass gibt immer auch die Chance, Schwachstellen im eingefahrenen Betrieb zu suchen, und noch besser zu werden“, sagt Vorsitzender Hans-Peter Küchenmeister.