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Rendsburg Kesselhaus-Streit spaltet Nortorf
Lokales Rendsburg Kesselhaus-Streit spaltet Nortorf
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14:12 06.10.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Mit Plakaten werben beide Seite für ihre Sache. Quelle: Hans-Jürgen Jensen
Nortorf

Zwei Lager stehen sich nach wie vor unversöhnlich in Nortorf gegenüber. Auf der einen Seite sind Sozialdemokraten und Grüne. Sie wollen den Umzug des Museums ins Kesselhaus mit dem Bürgerentscheid am 6. Oktober 2019 verhindern, warnen vor mutmaßlich zu hohen Folgekosten. 

Im anderen Lager kämpfen Politiker von CDU und FDP - sie haben in der Stadtvertretung die Mehrheit - sowie der Museumsverein für den Umzug des Museums aus einem ehemaligen Wohnhaus ins sogenannte Kesselhaus auf dem früheren Teldec-Gelände.

"Besucher aus Kiel, Neumünster, Flensburg und Hamburg im Schallplattenmuseum"

Leidenschaftlich kämpfte Lutz Bertram, der Vorsitzende des Museumsvereins, am Sonntag in einer von RSH-Moderator Carsten Kock gewohnt lässig geleiteten Diskussionsrunde für seine Sache. Aus Kiel, Neumünster, Flensburg und Hamburg kämen die Besucher ins Museum, das beengt untergebracht ist. Im Kesselhaus wäre deutlich mehr Platz.

Bertram: "Es ist der historische Ort." Er geht von jährlich 6.000 Besuchern aus und spricht von geringen Folgekosten, "4,50 Euro pro Nortorfer Einwohner pro Jahr also 0,36 Euro monatlich". Anders herum gesagt, rechnet Bürgermeister Torben Ackermann (CDU) mit jährlichen Folgekosten von 25.000 Euro.

Kesselhaus als Fass ohne Boden plakatiert

Das sieht die Gegenseite ganz anders, sie rechnet laut Michael Friedrich mit Folgekosten von "80.000 bis 160.000 Euro" und plakatiert das Bild eines Fasses ohne Boden in Nortorf. Die Gegner luden am Freitagnachmittag zur Diskussion. Kurios: Bei den Gegnern waren im Haus der Verbände etwa genau so viele Zuhörer wie bei den Anhängern des Kesselhauses im privaten Kulturzentrum Kramer-Scheune - nämlich rund 40 Nortorfer.

Überraschungen gab es bei den beiden Diskussionsrunden nicht. Allenfalls eine Klarstellung. Er sei durchaus fürs Schallplattenmuseum, versicherte Michael Friedrich. Das zu sagen, schien ihm wichtig. Denn den Gegnern des Umzugs ins Kesselhaus haftet der Ruch an, sie seien auch gegen das Schallplattenmuseum. Sie wollen die Ausstellung in einem Neubau unterbringen, widerspricht dem Friedrich.

Kulturmann Frank kommt mit Bauhelm

Mitten im Diskussionsgetümmel taucht Reinhard Frank, der Kreis-Kulturbeauftragte, auf, redet in beiden Runden mit. Dabei hat er einen weißen Bauhelm, den er am Freitag aufsetzt. Im Haus der Verbände wirkt das irritierend. Soll es auch. Es soll Erkenntnis fördern. Denn richtig wirke der Helm erst auf einer Baustelle, meint Frank und zieht den Vergleich zum Kesselhaus-Streit. Richtig wirke das Schallplattenmuseum erst im Kesselhaus.

Am Sonntag rührt Frank die Trommel fürs Schallplattenmuseum, lässt das Kesselhaus unerwähnt. Das sorgt bei einigen für Irritationen. Er wolle neutral sein, sagt er dieser Zeitung, schiebt dann aber nach: "Ich bin absolut für das Kesselhaus, auch wenn ich das hier nicht laut gesagt habe. Denn das Kesselhaus ist der Ort mit Geschichte, die weltweit bekannt ist."

"Wie soll der Kesselhaus-Streit enden"

Dass sich Befürworter und Gegner nicht verständigen können, macht viele Nortorfer ratlos. Wo die "Stunde Null" des Streits war, will RSH-Moderator Kock am Sonntag von René Raden, dem CDU-Fraktionschef, wissen. "Wie soll das weitergehen?" Raden weiß es auch nicht, er sei noch nicht so lange dabei. Es müsse etwas anderes sein als das Kesselhaus.

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier.

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Zwei Lager stehen sich vor dem Bürgerentscheid gegenüber.

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