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Rendsburg Kinder und Jugendliche an die Wahlurnen
Lokales Rendsburg Kinder und Jugendliche an die Wahlurnen
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13:44 15.05.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Sie werben für die U-18-Europawahl im Nortorfer Rathaus: Deike Sachau (von links), Ole Grundmann, Elias Glückstadt, Jonas Ruhnke und Marlena Sanmann. Quelle: Hans-Jürgen Jensen
Nortorf

So sagt Timo Off, der Leiter der Nortorfer Gemeinschaftsschule: "Europa ist bei uns ein grundlegendes Thema im Unterricht." Klar, dass er die Aktion unterstützt: "Alle Schüler nehmen teil - ab der fünften Klasse." Das Wahllokal ist an diesem Freitag im Nortorfer Rathaus im großen Sitzungssaal ab 8 Uhr "mindestens bis 16 Uhr" geöffnet, kündigt Matthias Dierks an.

Fünf überzeugte Europäer

Der 32 Jahre alte Lehrer für Wirtschaft und Politik bildet mit fünf Teenagern in der Gemeinschaftsschule einen Stuhlkreis. Es geht um Europa. Deike Sachau, Marlena Sanmann, Ole Grundmann, Elias Glückstadt und Jonas Ruhnke haben zwei Dinge gemeinsam: Sie dürfen nicht an der Wahl am 26. Mai teilnehmen, weil sie noch keine 18 Jahre alt sind. Aber sie interessieren sich für die EU, sind überzeugte Europäer.

So sieht die 16-Jährige Deike Europa als "eine Einheit, die funktionieren kann". Die 14-jährige Marlena hat die Vision von Ländern, "die sich gegenseitig unterstützen". Jonas (17) findet, "dass man zu einer Einheit zusammengewachsen ist".

"Europa ist wie Familie"

Die Schüler haben eine positive Meinung vom Zusammenschluss auf dem Kontinent. In Europa sei es manchmal wie in einer Schulklasse, mischt sich Deike ein: "Man streitet sich, aber kommt auch wieder zusammen." Das sei "wie in einer Familie". Europa "sichert unseren Frieden", sagt der 17-jährige Elias, "und unseren Wohlstand". Die Teenager kennen es nicht anders. "Ich bin mit Europa aufgewachsen", erklärt Ole (17). Für ihn gehe es in Europa auch "um sozialen Zusammenhalt".

Dass das Errungenschaften sind, ruft Schulleiter Off den Jugendlichen ins Gedächtnis: "Wir müssen uns immer klar machen, dass Demokratie und Frieden nicht selbstverständlich sind."

Klar gehen die Teenager auch an diesem Freitag ins Nortorfer Rathaus und füllen den Stimmzettel mit 40 Parteien und politischen Vereinigungen aus. Wenn sie dürften, würden sie auch an der Europawahl am 26. Mai teilnehmen. "Ich würde gerne richtig wählen, weil ich mitentscheiden will", sagt Marlena. "Wer nicht wählt, darf sich hinterher nicht beschweren", findet Deike.

Aussicht auf neue Mehrheiten

Die U-18-Wahl sei auch ein Ansporn, sich mit dem Thema Europa auseinanderzusetzen, meint Ole. Die Ergebnisse dieser vom Bundesjugendring deutschlandweit organisierten und von der Bundeszentrale für politische Bildung geförderten Jugendwahl könnten den Politikern möglicherweise zeigen, dass sie sich "auf neue Mehrheiten gefasst machen" müssen, sagt der 17-Jährige. Denn die Jugendwahl gebe einen Hinweis, "wie die kommenden Erstwähler reagieren", erklärt Jonas

Die U-18-Europawahl in Rendsburg-Eckernförde koordinierte die im Kreishaus für Jugendarbeit zuständige Fachdienstleiterin Christina Mönke. Sie sieht das Angebot als Teil der politischen Bildung und ruft die Jugendlichen auf, wählen zu gehen. "Das beste ist, wenn man sie machen lässt." Im Kreis gebe es sieben Wahllokale, im ganzen Land 29. "Das ist ein tolles Ergebnis", findet sie.

Friday for Europe

In Nortorf nennt Lehrer Matthias Dierks den Tag der Jugendwahl am 17. Mai "Friday for Europe". Klar, dass er damit auf der Welle der Fridays-for-Future-Bewegung schwimmt. Bei einem Vorbereitungstreffen für die Jugendwahl im Kreishaus warf er in den Gedanken in die Runde: "Mensch Leute, können wir es nicht Friday for Europe nennen?" Christina Mönke findet die Idee gut, dennoch bleibt es beim Titel "U18". So ist es auch auf die Plakate gedruckt.

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