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Rendsburg Erst der 687. Schuss kürte den König
Lokales Rendsburg Erst der 687. Schuss kürte den König
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18:43 11.06.2019
Von Beate König
Im Gleichschritt marschierten die Gildebrüder durch die Stadt. Quelle: Beate König
Nortorf

Wollny verabschiedete sich in einer berührenden Rede aus dem Gildevorstand der Nortorfer Vogelgilde von 1612. „Ich habe 30 Jahre der Gilde gedient“, berichtete der 65-Jährige, der 2018 König wurde. „Es war eine tolle Zeit, ich habe mich gefreut“, resümierte Wollny drei Jahrzehnte im Vorstand. „Es war mir eine Ehre.“

Wollny war unter anderem Oberschaffer und Achtmann im Vorstand, bevor er für zwölf Jahre als Ältermann die Geschicke der Gilde mit lenkte. Er erinnerte die Gildebrüder an die Aufgabe ihres Zusammenschlusses „Es obliegt uns, unsere Gemeinschaft in Tradition weiter zu entwickeln. Kontinuität und Integrationskraft sind unsere Kennzeichen.“

Silberne Taschenuhr statt Zinnbecher

Bei aller Tradition seien in den vergangenen Jahren auch Veränderungen notwendig gewesen, erklärte Wollny. Zuletzt war das Königsgeschenk verändert worden: Seit 2018 erhält der König statt eines Zinnbechers eine silberne Taschenuhr. Wollny schob an, dass es seit diesem Jahr für den Gildemast eine Motorwinde gibt, die den 350 Kilogramm schweren Schießkasten mit dem Holzvogel zehn Meter in die Höhe hebt. Zuvor war der Kasten stets per Hand von den Gildebrüdern gekurbelt worden.

Der Meilenstein in der Gildegeschichte sei der Neubau des Gildegebäudes auf dem Schießplatz hinter der Gaststätte Ritzebüttel gewesen, der am 6. Mai 1995 eingeweiht wurde. Wollny: „Das war ein administrativer und finanzieller Kraftakt für die Gilde.“ Inzwischen besitze die Gilde für ihre Waffen zwei rechtskonforme Stahlschränke. Pro Jahr gebe es 19 offizielle Termine für Gutachter und Telefonate, die dem Nachweis der Sicherheit der Anlage dienen. In seiner Zeit im Vorstand erneuerte die Gilde weitere Traditionen: Der Empfang des Königspaares, die Begleitung durch zwei Musikzüge – „das Platzkonzert ist ein Highlight“ – wurde eingeführt, in eine neue Vogelskulptur aus Bronze auf dem Schießplatz investiert.

Keine Nachwuchssorgen

Der Nachwuchs in der Nortorfer Vogelgilde ist gesichert: Beim Frühstück im Holsteinischen Haus hatten vier neue Mitglieder auf die hölzerne Gildelade geschworen: Dirk Lütje, Norbert Reds, Daniel Bundtzen und Dirk Delfs sind neu in den Reihen der Gildebrüder.

Nachmittags resümierte der neue Gildeschreiber Achim Drews das Schießen: „Es war ein zähes Schießen, der Vogel wollte nicht so recht.“ Erst mit dem 687. Treffer, den Dirk Delfs erzielte, wurde der neue König ermittelt: Kai Böttcher, bislang Unteroffizier der Gilde, ist König 2019. Die Nortorfer Gilde schießt mit zwei Listen. Die Schützen wissen nicht, für wen sie treffen, die zweite Liste mit den Königsanwärtern ist verdeckt.

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Die Nortorfer Vogelgilde hat einen neuen König.
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