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Rendsburg Bauhöhe könnte Hotelprojekt gefährden
Lokales Rendsburg Bauhöhe könnte Hotelprojekt gefährden
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13:03 06.06.2019
Von Beate König
Der Obereiderhafen bietet schöne Aussichten und eine breite Flaniermeile. Quelle: Beate König
Rendsburg

Ein „Ja“ der Ratsversammlung zur ersten Änderung des Obereider-B-Plans am 27. Juni würde Investor Stefan Blau in die Lage versetzen, einen Bauantrag für das elfstöckige Hotel und drei weitere Gebäude auf dem Grundstück in bester Lage am Obereiderhafen zu stellen.

Zum aktuellen Planungsstand des Bauprojektes, das sich seit der Vorstellung im August 2018 von 34 auf 50 Millionen verteuert hat, konnte Frank Thomsen vom Fachbereich Bau und Umwelt berichten, dass Blau, Geschäftsführer der Systema Gesellschaft für Immobiliendienstleistungen mit Sitz im oberbayrischen Pöcking, in Verhandlungen zur Finanzierung des Projektes stehe. Der Investor habe angekündigt, dem Bauausschuss in der Sitzung im August den aktuellen Stand zum Nutzungs- und Finanzierungskonzept vorzustellen.

Bedenken des Landesamts für Denkmalpflege

Das Landesamt für Denkmalpflege habe Bedenken wegen der Höhe des Hotelgebäudes geäußert, berichtete Thomsen. Es gebe die Übereinkunft, dass die Denkmalpflege bei der Wahl von Farbe, Material und Oberflächen bei der Gestaltung des Hotelkomplexes miteinbezogen werde. Der Investor habe klar gemacht, dass elf Geschosse für ihn die Unterkante der Wirtschaftlichkeit darstellen. Werde die Etagenzahl reduziert, sei das Hotelprojekt gefährdet oder gestorben. Ausschussmitglied Klaus Schaffner (Die Grünen) hakte nach: „Ist vom Investor schon Geld für den Grundstückskauf an die Stadt geflossen?“ Thomsen verneinte.

Der Ausschuss betrachtete Details auf dem Papier: Auf dem Bebauungsplan seien für den Sportboothafen 200 bis 300 Liegeplätze eingezeichnet, jedoch keine Parkplätze für die Bootsbesitzer, bemängelte Ausschussmitglied Axel Bornhöft (CDU). Er forderte 40 bis 50 Stellplätze für Bootsinhaber.

Ausreichend Stellplätze vorhanden

Frank Thomsen erläuterte: Für die Mitglieder des Regattavereins Rendsburg (RVR) gebe es ausreichend Stellplätze. Pro Saison laufen 6000 bis 7000 Gastsegler den Obereiderhafen an, für sie seien keine Stellplätze nötig. Ein Ausbau des Sportboothafens sei seit Jahren ein Thema. Der RVR habe eine Erweiterung angemeldet, bislang jedoch nicht umgesetzt. „Es wurde diskutiert, ob das Hotel zusätzliche Liegeplätze anbietet,“ berichtete Thomsen. „Das würde nur Thema werden, wenn der RVR nicht erweitern will.“

Klaus Schaffner machte sich für eine Trennung der Mischverkehrszonen für Fußgänger und Radfahrer an der Uferpromenade stark. „An der Wasserkante sind Cafés geplant. In Zukunft werden auch E-Scooter auf Fahrradwegen fahren. Das stelle ich mir am Obereiderhafen katastrophal vor.“

50 Millionen Euro fürs Hafenquartier

Der Baustart für das neue Hafenquartier mit elfstöckigem Hotel an der Obereider in Rendsburg hatte sich verzögert. Ende des Jahres soll es so weit sein. Der Investor spricht inzwischen von einem 50-Millionen-Euro-Projekt.

Investor Stefan Blau stellte im Rendsburger Bauausschuss das Voranschreiten der Planung eines elfstöckigen Hotels und dreier weiterer Gebäude am Obereiderhafen vor. Wenn die Ergebnisse von Bodenuntersuchungen vorliegen, lasse er die Statik der Häuser berechnen.

Die geschätzte Bausumme kletterte seit der Vorstellung des Gesamtprojekts im August 2018 von 34 auf 50 Millionen Euro, erläuterte Blau, Geschäftsführer der Systema Gesellschaft für Immobiliendienstleistungen aus dem oberbayrischen Pöcking.

Späterer Baubeginn am Hafenquartier in Rendsburg

Inzwischen rechnet der Bayer mit 25 Millionen Euro für den Bau des Hotels auf der Nordseite und 25 Millionen Euro für die drei Gebäude an der Südseite auf dem zwei Hektar großen Gebiet.

Der Termin für den Baustart an der Eider in Rendsburg hat sich verschoben: Statt Ende September 2019 plant Blau inzwischen Ende des Jahres als Baubeginn für das Hotel. Er rechnet mit zwei Jahren Bauzeit.

Diese Schritte kommen vor dem ersten Spatenstich.

Achitektenwettbewerb mit fünf Büros

An dem Architektenwettbewerb nehmen fünf Büros aus Hamburg und Schleswig-Holstein teil, sagte Blau am Donnerstag bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit Bürgermeister Gilgenast. In einem Monat lege eine Jury den Gewinner fest, der Siegerentwurf werde wenige Tage später öffentlich vorgestellt. Das Gelände misst rund 15.800 Quadratmeter. Die größte Fläche liegt zwischen Bahndamm und Obereider. Zwei kleinere Flächen befinden sich zwischen Bahndamm und Schloßplatz.

Das Gebiet zwischen Obereider und Schloßplatz ist das größte Neubauprojekt in der Stadt seit mehreren Jahrzehnten. Seit mehr als 20 Jahren sucht Rendsburg nach einem Investor. Mehrere Anläufe waren vergeblich. Mithilfe von Bund und Land hat Rendsburg eine zweistellige Millionensumme in das ehemalige Gewerbe- und Hafengebiet investiert, um Investoren ans Ufer der Obereider zu locken. Den Abschluss des Kaufvertrags nannte Bürgermeister Pierre Gilgenast am Donnerstag "einen Meilenstein". Er unterstrich: "So weit waren wir noch nie." Investor Stefan Blau wollte den Vertrag eigentlich schon früher unterschreiben. Bedenken wischte er damals beiseite: "Ich bin mir sicher, dass dieses Projekt realisiert wird. Sonst hätte ich den Vertrag nicht unterschrieben."

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