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Rendsburg Ohne Geduld geht gar nichts
Lokales Rendsburg Ohne Geduld geht gar nichts
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00:16 31.03.2013
Von Kai Pörksen
Von der Kälte in die Wärme: Carlotta, Charlotta, Marlena und Louisa (von links) machen sich an den Filmschnitt. Quelle: Pörksen
Eckernförde/Großenaspe

Unterstützt werden die Jungfilmer sowohl vom bekannten Kameramann Dieter Hoese, der viele Jahre engstens mit dem Naturfilmer Heinz Sielmann zusammenarbeitete, vom Kameraassistenten Daniel Wehrend und der Medienwissenschaftlerin Bernadette Skala.

 „Was die Jugendlichen zunächst lernen müssen, ist, sich in Geduld zu üben“, so Wehrend. Erst einmal hieße es, die Tiere zu beobachten, ihr Verhalten zu studieren. Parallel dazu erlernen die Jungfilmer in den ersten zwei Tagen ihres Aufenthalts die Technik des Filmens, Begriffe wie Voll- oder Halbtotale, was ein Medium shot und was ein Establishing shot in der Filmsprache bedeuten.

 Doch die Jugendlichen im Alter von elf bis 15 Jahren lernen schnell, ist die Erfahrung des Kameraassistenten. Einige gingen unbedarft an die Aufgabe heran, andere kämen mit eigener Kamera und anspruchsvollem Schnittprogramm – wie bei diesem Camp, so dass sogar statt vier nun fünf Teams zusammengestellt werden konnten.

 Marlena (15) und ihr Team haben sich die Störche zum Thema gemacht. Rechtzeitig zu Ostern sind einige Gäste aus Afrika in den Norden geflogen und machen in Eekholt Station – und statt üppigem Futterangebot stehen sie nun mit den Füßen im Schnee. „Wir wollen wissen und schildern, wie sie damit zurecht kommen“, erklärt die Jungfilmerin, die in Kappeln auf das Gymnasium geht.

 Doch das Filmen ist härter als gedacht. „Von zwei Stunden Aufnahmen bleibt nach dem Schnitt maximal eine Minute übrig“, erklärt sie. Montag und Dienstag seien harte Tage wegen des kalten Wetters gewesen. Spaß gemacht habe es dennoch sehr. Nun heißt es, das Bildmaterial so zusammen zu schneiden, dass für den späteren Betrachter ein aussagekräftiger Film entsteht. „Noch fehlt uns ein Titel“, gibt Teamkollegin Louisa (14) zu bedenken. „Irgendwas mit Klappern und Kälte vielleicht – mal sehen.“

 Ein anderes Team ist mit Kamera und Ton unterwegs, um Eindrücke einzufangen. Zum Beispiel von der Vorführung mit den Greifvögeln, in der Uhu und Bartkauz „Elvis“ auf Kommando von Falkner Axel Imdahl lautlos über die Köpfe der Zuschauer rauschen. Oder von den noch winterschlafenden Murmeltieren oder von Hirschen, die anfangen, sich gerade das Gehörn abzustoßen. Augenblicke in Eekholt lautet der Arbeitstitel.

 Alle vier im Team werden gebraucht: Yves (14) für den Ton, Lasse (11) für die Kamera, Pascal (14) für den Schnitt, und Hannes (13) als Redakteur für den Text. Und wenn alles klappt, wird ihr Beitrag im September beim Festival in Eckernförde zu sehen sein. Am Freitag zum Ende des Camps können zunächst ihre Eltern die Ergebnisse sehen.

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