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Rendsburg Protest gegen die Gestaltung des Parks
Lokales Rendsburg Protest gegen die Gestaltung des Parks
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20:00 19.06.2019
Von Sven Janssen
Michael Becker (links) und Agnes Taentzer haben die Interessengemeinschaft Ortsmitte Kronshagen ins Leben gerufen. Quelle: Sven Janssen
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Kronshagen

„Wir wollen die Politik zum Umdenken bewegen, bevor es zu spät ist“, sagt Michael Becker, der gemeinsam mit Agnes Taentzer und Dieter Leptien die Interessengemeinschaft Ende Mai gegründet hatte. Neben den drei Kronshagenern gehören auch die Eigentümer der vier Inhaber-geführten Geschäfte Apotheke im Haus, Eiscafé Venezia, Naturkost und Buchhandlung Korth in der Ladenzeile dazu.

In zwei Punkten möchte die Interessengemeinschaft noch Einfluss auf die Planung für die neue Ortsmitte nehmen, die derzeit im Ministerium zur Genehmigung liegt. „Wichtig ist uns, dass die 33 Kurzzeitparkplätze direkt an der Ladenzeile nicht verkleinert werden“, so Becker.

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Ein Drittel der Kurzzeitparkplätze verschwindet

Der Entwurf der Gemeinde sehe vor, dass nach der Sanierung direkt an der Fläche nur noch elf von derzeit 33 Parkplätzen mit Parkscheibennutzung übrig seien. Die zwölf Dauerparkplätze im hinteren Bereich bei den Garagen bleiben unangetastet.

Zwar würden weiter weg an anderer Stelle neue Parkplätze geschaffen, denen fehle aber die direkte Nähe zur Fläche. Wenn man den Begriff Ortsmitte sehr weit fasse, dann käme man auf die gleiche Anzahl von Parkplätzen, sagte Becker, das sei aber nicht dasselbe.

„Wir sind auf die Parkplätze in direkter Nähe angewiesen, die sind für uns lebensnotwendig“, sagt Sabine Dietzel, Inhaberin der Buchhandlung Korth. Würde man die direkt angrenzenden Parkplätze reduzieren, bedeute das sicher auch einen Einbruch der Kundenzahlen.

Anlieger blieben lange im Unklaren

Besonders perfide sei es, so Becker, dass die Gemeinde die Betroffenen lange über die tatsächliche Planung im Unklaren gelassen hatte und sie in der Sicherheit wog, dass sich nichts ändere. „Das Ergebnis aus den Bürgerworkshops war, dass diese Parkplätze erhalten bleiben sollen, und auch die Gemeinde hat einen solchen Beschluss gefasst“, sagt Becker. Ihren Beschluss von damals lege die Gemeinde heute aber sehr weit aus.

Weniger Aufenthaltsflächen

„Unser zweites Ziel ist es, die Vernichtung von funktionierenden Aufenthaltsflächen in der Grünanlage zu verhindern“, sagt Taentzer. Durch die geplanten vielen Wege würde nicht nur viel Grün verschwinden, auch die Sitzmöglichkeiten würden weniger.

„Ich weiß gar nicht, wo dann ich unsere 40 Plätze draußen aufbauen soll“, sagt Ismael de Souza, Inhaber des Eiscafés Venezia. Vom vorherigen Bürgermeister habe er die schriftliche Zusage, dass er die Flächen nutzen dürfe. „Wir haben für diese Saison extra neue Stühle und Tische angeschafft.“ Er befürchtet, dass der neue Platz neben dem geplanten Fontainenfeld, das als Ersatz für den Springbrunnen kommen soll, gerade noch für zwölf Gäste reicht.

An Bedürfnissen vorbei geplant

„Es wird kaum noch Platz geben, sich in der Fläche aufzuhalten“, sagt auch Becker. „Der Plan der Architekten ist toll, das Problem ist nur, er passt nicht hier her“, kritisiert er. „Wir werden weiter Unterschriften sammeln und hoffen, dass die Bürgermeinung doch noch zu einem Umdenken der Politik führt.“

Die Unterschriftenlisten liegen in allen Geschäften aus. Am Donnerstag, 27. Juni, will die Initiative zusätzlich auf dem Wochenmarkt von 15 bis 17 Uhr informieren.

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