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Rendsburg Kostenexplosion beim Lärmschutz
Lokales Rendsburg Kostenexplosion beim Lärmschutz
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16:01 25.03.2016
Von Wolfgang Mahnkopf
Lärmschutz an der Bundesstraße 202 in Osterrönfeld: „Über die Kostensteigerung sind wir bestürzt“, sagt Bürgermeister Bernd Sienknecht. Quelle: Wolfgang Mahnkopf
Osterrönfeld

Diese Kostensteigerung gab der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr in Rendsburg (LBV) auf der jüngsten Hauptausschusssitzung der Gemeinde bekannt.

 Rückblende: Die Gemeinde Osterrönfeld hatte den Bund zum Lärmschutz verklagt und vom Bundesverwaltungsgericht im Jahre 2007 Recht bekommen. Über die Verpflichtung des Bundes hinaus hatte Osterrönfeld auf eigene Kosten Verbesserungs- und Erweiterungswünsche geltend gemacht. Der LBV teilte im Dezember vergangenen Jahres geschätzte Gesamtkosten von 3,1 Millionen Euro mit, davon sollte der Osterrönfelder Anteil 1,2 Millionen Euro betragen. Jetzt soll es mit 2,4 Millionen Euro doppelt so viel werden.

 Als Ablösung für die Unterhaltung des zusätzlichen Lärmschutzes über 30 Jahre waren zu Lasten der Gemeinde 200000 Euro geschätzt worden, aktuell werden 500000 Euro berechnet. Nördlich der B 202, die das Dorf mit seinen 5100 Einwohnern zerteilt, ist eine Lärmschutzwand über 1400 Meter geplant, südlich sollen sich eine Wand über 280 Meter und ein Wall über 450 Meter erstrecken. Bis zu 25000 Fahrzeuge befahren nach Angaben von LBV-Leiter Matthias Paraknewitz diesen Abschnitt.

 Auf Nachfrage dieser Zeitung betonte Paraknewitz, dass die frühere Kostensumme ausdrücklich auf einer Schätzung basierte. „Der Bund gibt Statistiken heraus. Daraus ergibt sich der Preis für einen Quadratmeter Lärmschutzwand.“ Dem genannten Schätzpreis läge eine Statistik vor der Vereinbarung zwischen dem LBV und Osterrönfeld im Jahre 2011 zugrunde.

 Zwischenzeitlich habe eine Detailplanung des Lärmschutzes mit der daraus resultierenden Kostenberechnung stattgefunden. „Zu den wesentlichen Gründen für die Kostensteigerung gehört die provisorische Straßenführung und die Errichtung der Wände auf Brücken“, sagte Paraknewitz. Provisorien sollen zu einer möglichst geringen, jeweils einseitigen Umleitung durch den Ort führen, während der eineinhalb- bis zweijährigen Bauzeit voraussichtlich vier Monate. Der damalige Baupreisindex und die Erhöhung der Stahlkosten würden auch zur Preissteigerung beitragen.

 „Das neue Zahlenwerk müssen wir aufarbeiten. Die Kostendaten aus der Vereinbarung haben wir für unsere finanzielle Planung herangezogen“, sagte Sienknecht. Der Gemeinde sei nicht bekannt zumindest nicht bewusst gewesen, dass lediglich Statistikwerte der Kostenschätzung zugrunde gelegt wurden. „Wir konnten nicht davon ausgehen, dass uns eine Luftnummer vorgelegt wird.“ Der nächste Schritt: „Wir müssen uns überlegen, ob wir uns den zusätzlichen Lärmschutz leisten wollen und können.“ Das grundsätzliche Ziel von Sienknecht: „Lärmschutzqualität und Baubeginn im Oktober sollen beibehalten werden.“

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