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Rendsburg Gemeinsam gegen Brustkrebs
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15:30 27.12.2019
Von Sven Janssen
Begleiteter Sport nach der Brustkrebsbehandlung ist gut: Beim Sprottensport trainieren (von links) Betty Schwanck, Grit, Christiane, Simone und Kathrin gemeinsam. Quelle: Sven Janssen
Ottendorf

Brustkrebs kann jede Frau treffen, egal wie gesund sie lebt“, sagt Nina Hübner. Sie muss es wissen, die heute 42-jährige Ottendorferin hat im August 2015 ihre Diagnose bekommen, hat gleich eine Chemotherapie begonnen und wurde ein halbes Jahr später operiert. Nachdem sie krebsfrei war, wurden jetzt neue Metastasen gefunden. „Ich habe geglaubt, ich bin im falschen Film“, sagt sie. „Unterkriegen lasse ich mich davon nicht“.

Trio gründet einen Verein zur Selbsthilfe

Auch Bettina Schwanck (35) und Angeline Hamborg (37) haben fast zeitgleich 2015 ihre Diagnosen bekommen und sich in der Behandlung kennengelernt. „Da ist auch die Idee entstanden, die Brustkrebssprotten zu gründen“, sagt Hübner. Dass es den Bedarf gibt, hat das Trio im eigenen Erleben erfahren. Ich habe das Gefühl, es erkranken immer mehr auch jüngere Frauen, für die es kein adäquates Selbsthilfeangebot gibt“, sagt Hübner. Diese Lücke wollten die Drei schließen. Im Juni 2016 gründeten sie den Verein Kieler Brustkrebssprotten. Jeden dritten Mittwoch im Monat um 19.30 Uhr treffen sich die Frauen bei der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft in Kiel.

Die Zahl der Angebote ist gewachsen

„Wir haben schnell gemerkt, dass die Nachfrage groß ist“, sagt Hübner. Bis heute ist das Angebot weiter gewachsen. Mit den Sprotten Plus gibt es ein Angebot für 50- bis 60-Jährige und neben einer Kooperation mit vielen Sportvereinen seit 2017 auch immer dienstags ab 18.45 Uhr den Sprottensport beim Verein für Gesundheit und Rehabilitationssport (VGR) auf dem Gelände des UKSH.

Sport senkt das Rückfallrisiko

„Regelmäßiger Sport senkt das Rückfallrisiko“, sagt Schwanck. Außerdem mache Sport in der Gruppe mehr Spaß. „Die Übungen an den Geräten sind speziell auf unsere Bedürfnisse angepasst“, erklärt sie. Der Abendtermin sei wichtig, damit auch berufstätige Frauen kommen können. Neben dem Sport sei das Treffen auch immer eine Gelegenheit, einfach mal in lockerer Runde zu schnacken.

Früherkennung ist wichtig

„Den Krebs früh zu erkennen, ist wichtig“, sagt Hübner. Deshalb bieten die Brustkrebssprotten auch immer wieder Informationsstände an. „Jede Frau kann sich selbst abtasten, oder der Partner kann das tun“, sagt Hübner. Wie sich ein Knoten anfühlt, kann man an einem Modell ausprobieren. Berührungsängste dürfe man nicht haben, je früher der Krebs erkannt werde, desto besser lasse er sich behandeln. Im Zweifel solle man lieber einmal mehr zum Arzt gehen, als einmal zu wenig. „80 Prozent der Betroffenen überleben den Brustkrebs“, sagt Hübner.

Sprottensprechstunde soll Lotse sein

Die Ottendorferin hat mittlerweile eine Ausbildung zur Onkolotsin gemacht. „Ab Mitte nächsten Jahres wollen wir eine Sprottensprechstunde in der Frauenklinik des UKSH anbieten“, sagt sie. Ziel sei die Begleitung der Betroffenen, wenn alles nach der Diagnose auf sie einprasselt. „Wir wollen Arztgespräche vorbereiten und durch die Hilfsangebote lotsen“, sagt die Mutter von zwei Kindern.

Mehr Informationen zu den Brustkrebssprotten gibt es im Internet www.brustkrebssprotten.de

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