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Rendsburg Polizei geht nicht von Brandstiftung aus
Lokales Rendsburg Polizei geht nicht von Brandstiftung aus
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16:55 18.03.2019
Von Frank Scheer
Poggenkrog ist Bordesholm: Viel ist vom Bordesholmer Kulturdenkmal nicht mehr übrig nach dem Großbrand. Quelle: Frank Scheer
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Bordesholm

Der Alarm war um 4.40 Uhr am Sonnabendmorgen eingegangen. 150 Einsatzkräfte waren im Einsatz, um das Feuer in der Reetkate an der Wildhofstraße zu löschen.  „Die Löscharbeiten gestalteten sich wegen des dichten Qualms und der Witterung schwierig“, sagte Bordesholms Wehrführer Bernd Christensen. Der starke Wind habe das Feuer im Reet immer wieder angefacht. Und der hohe Luftdruck habe dafür gesorgt, dass der Qualm nicht so gut abgezogen sei, so der Einsatzleiter. Deshalb wurde auch die Radiowarnung veranlasst, dass Anwohner Fenster und Türen geschlossen halten sollten.

Gemeinde lagerte dort Betten und Möbel

Das leerstehende Hauptgebäude, dass 1991 vom Bordesholmer Unternehmer Klaus Elwardt gekauft und drei Jahre saniert wurde, hatte die Gemeinde zuletzt gemietet. Bis vor wenigen Monaten lebten dort Flüchtlinge. „Die letzten Wochen haben wir dort aber nur noch Betten, andere Möbel und Kleidung für Flüchtlinge deponiert“, sagte Amtsdirektor Heinrich Lembrecht. Die zwei Flüchtlingsfamilien mit insgesamt zwölf Personen, die im Holzhaus neben dem Poggenkrog gelebt haben, sind unversehrt von den Einsatzkräften evakuiert worden und am Sonnabend vom Amt in andere Unterkünfte verlegt worden, teilte er weiter mit. Das Gebäude ist von der Feuerwehr gerettet worden.

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Elwardt erhielt 1994 Kulturpreis für Sanierung

Durch das Großfeuer ist eines der letzten „Bordesholmer Häuser“ im Ort verschwunden. Markenzeichen des Baustils ist der dreistufige Giebel aus Holz. „Ich bin heilfroh, dass den Menschen dort nichts passiert ist. Mein Dank geht an die Einsatzkräfte“, so Klaus Elwardt. Traurig mache ihn aber auch der Verlust des Gebäudes. Der Haustyp gehört zur Historie des Orts. 1994 erhielt Elwardt vom Kulturverein den Kulturpreis für die Sanierung der Kate. Es war zudem eingetragenes Kulturdenkmal im Kreis Rendsburg-Eckernförde

Poggenkrog war viele Jahre Restaurant

Was wird mit der Brandruine passieren? Man müsse jetzt erstmal konkrete die Brandursache abwarten. „Dann werden wir uns im Familienrat zusammensetzen“, sagte Elwardt. Über viele Jahre war im Gebäude auch ein Restaurant. Anlieger fühlten sich durch Lärm und Gerüche gestört. 1999 wurde der gastronomische Betrieb nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts eingestellt. Im Anschluss ließ sich dort ein Detal-Labor nieder. Dann wurde der Poggenkrog und das Nebengebäude als Wohnhaus genutzt. 

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