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Rendsburg Massiver Verschleiß an Brückenpfeilern
Lokales Rendsburg Massiver Verschleiß an Brückenpfeilern
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17:51 11.09.2013
Von Bastian Modrow
Die Rader Hochbrücke ist massiv beschädigt und ab sofort für Lkw gesperrt. Quelle: Köster (Archivbild)
Kiel/Rendsburg

Bei Kontrollen der Brückenstatik sind überraschend die „teils massiven Schäden an den Pfeilerköpfen“ festgestellt worden. An mehreren Stellen ist der Beton aufgerieben, porös und bröckelig. „Der Prüfstatiker hat uns am späten Donnerstagabend über den Zustand der Hochbrücke in Kenntnis gesetzt“, sagt Harald Haase vom Verkehrsministerium in Kiel. Gestern Vormittag traten eiligst Experten von Land und Polizei zusammen. Ab Mittag rückten erste Absperr-Trupps der Straßenbauämter aus, um Verbotsschilder und Umleitungstafeln aufzustellen.

Für schwere Lastwagen ist die Querung des Nord-Ostsee-Kanals ab sofort komplett gesperrt. Der übrige Verkehr wird einspurig über die Brücke geleitet. „Um die Sicherheit zu gewährleisten, sind wir leider zu diesem drastischen Schritt gezwungen“, so Staatssekretär Nägele. Das Land rechnet damit, dass die Bauarbeiten an der Hochbrücke mindestens vier Monate lang dauern werden. Wie genau die 14 Brückenpfeiler aber saniert werden sollen, ist noch völlig unklar. „Die technischen Fragen können nicht von jetzt auf gleich geklärt werden“, sagt Ministeriumssprecher Haase.

Wer aus Richtung Norden kommt, sollte ab Flensburg über die B 200 nach Husum und weiter über die Bundesstraße 5 und die A 23 beziehungsweise B 430 nach Hamburg und Neumünster fahren. Aus Richtung Süden empfiehlt das Ministerium die Route über die A 21 in Richtung Kiel und die B 76 bis Eckernförde, um dort über die B 203 bis zur A7-Anschlussstelle Rendsburg zu gelangen. Alternativ können Lkw- und Autofahrer auch die A 7 bis zum Autobahndreieck Bordesholm und die A 215 nach Kiel nutzen. „Wir können nur appellieren, die Brücke weiträumig zu umfahren und nicht den Rendsburger Kanaltunnel zu wählen, der zurzeit ebenfalls saniert wird“, sagt Haase.

ADAC und Tourismusverband bezeichneten die Teilsperrung als „Drama“ für das ganze Land. Thomas Rackow vom Speditionsverband sprach von einer „verkehrstechnischen Vollamputation“. Lothar Gahrmann vom Landespolizeiamt rechnet an diesem und dem kommenden Wochenende mit dem Schlimmsten. „Die Brücke wird zur riesigen Staufalle für den Reiseverkehr“, so der Behördensprecher. Gleiches gelte auch für die Ausweichstrecken. „Vor allem in und um Kiel und Neumünster droht es richtig eng zu werden“, so Gahrmann. Einen ersten Vorgemaschmack gab es gestern bereits: Am Nachmittag staute sich der Verkehr vor der Brücke auf mehr als 20 Kilometern Länge.