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Rendsburg Nazi-Verbrecher vor Hamburger Gericht
Lokales Rendsburg Nazi-Verbrecher vor Hamburger Gericht
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13:33 12.06.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Claudia Kuhn, die neue Leiterin des Jüdischen Museums, hat die Ausstellung über die Hamburger Curiohaus-Prozesse gegen Nazi-Verbrecher nach Rendsburg geholt. Quelle: Hans-Jürgen Jensen
Rendsburg

Die Nürnberger Prozesse gegen Hauptkriegsverbrecher fanden weltweit Beachtung. "Weniger bekannt ist, dass die Alliierten hunderte weitere Prozesse durchführten", sagt Silke Philipsen, Sprecherin der Landesmuseen auf Schloss Gottorf, zu denen das Jüdische Museum gehört.

48 Informationstafeln im Jüdischen Museum

Einen Teil der Wissenslücke füllt das Jüdische Museum in der Prinzessinstraße mit seiner Ausstellung "Die Hamburger Curiohaus-Prozesse" auf 48 großformatigen Tafeln.

Die Fakten sind beeindruckend: Für die Verfahren vor den Militärgerichten im Curiohaus in Hamburg-Rotherbaum schufen die Briten neues Recht, sagt Claudia Kuhn. Vor den Richtern mussten sich 1946 nicht nur Täter verantworten sondern auch indirekt Beteiligte. Etwa Manager der deutschen Wirtschaft, die Gift in Vernichtungslager lieferten.

504 Angeklagte standen in 188 Verfahren vor ihren Richtern, britischen Offizieren. 366 Männer und Frauen wurden verurteilt, 101 davon zum Tode durch den Strang. Die anderen erhielten teils lange Haftstrafen, die sie größtenteils nicht absitzen mussten.

Jüdisches Museum will politischer werden

Für das Jüdische Museum ist es die erste Ausstellung, "in der die Täter im Fokus stehen", erklärt die neue Leiterin Claudia Kuhn. Sie sei Teil des neuen Konzeptes, das das Haus in den nächsten Jahren entwickelt. Das Museum wolle politischer werden und sich der Nachkriegszeit zuwenden.

Die Curiohaus-Ausstellung sieht die Historikerin auch als eine Vorbereitung einer zum kommenden Jahr geplanten Sonderausstellung über jüdisches Leben in Schleswig-Holstein nach 1945. Sie verspricht: "Wir haben Quellenmaterial, das von der Forschung noch nicht beachtet wurde. Da kommen neue Erkenntnisse über das Leben von Verfolgten in der schleswig-holsteinischen Nachkriegsgesellschaft ans Licht."

Neuengamme-Archivleiter spricht

Das Jüdische Museum eröffnet die Ausstellung über die Curiohaus-Prozesse an diesem Donnerstag um 19 Uhr. Reimer Möller, der Archivleiter es ehemaligen Vernichtungslagers Neuengamme, spricht. Diese Hamburger Erinnerungsstätte hat die Wanderausstellung zusammengestellt. Rendsburg ist die dritte Station und die erste in Schleswig-Holstein.

Die Ausstellung ist bis zum 25. August zu sehen. Informationen zu den Curiohaus-Prozessen hat das Jüdische Museum auf seiner Internetseite zusammengestellt.

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