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Rendsburg Auf Reportage beim Dorfabend
Lokales Rendsburg Auf Reportage beim Dorfabend
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14:10 14.07.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Nordkolleg-Geschäftsführer Guido Froese. Quelle: Björn Schaller
Rendsburg

Sie sollen mit Mikrofon und digitalem Aufzeichnungsgerät aus den Städten und Gemeinden im Kreis Rendsburg-Eckernförde von Jazzkonzerten, Schultheatern, Laienbühnen und  Führungen durchs Heimatmuseum berichten. Rund 200 Kulturreporter will das Nordkolleg in etwa 30 Workshops in den nächsten zwei Jahren ausbilden: Dieses Ziel formuliert Guido Froese, der Geschäftsführer des Bildungsinstituts am Rendsburger Gerhardshain.

Reporter in allen Gemeinden

Der Plan ist dezentral und flächendeckend angelegt. Das heißt, die Kulturreporter wohnen in den Städten und Gemeinden und liefern ihre Beiträge von dort aus. In Städten und Großgemeiden wie Eckernförde, Rendsburg, Kronshagen und Gettorf sollen mehrere Berichterstatter ihren Stützpunkt haben. In kleinen Gemeinden soll möglichst ein Kulturreporter unterwegs sein.

Nordkolleg will Lücke schließen

"Die Kultur im Kreisgebiet ist vielfältig", sagt Guido Froese. Die vorhandenen Sender leuchten die Winkel nicht aus. "Es ist schwierig, ins Radio mit lokaler Kultur zu kommen. Trotzdem ist vieles hörenswert." Aber "vieles geht für ein größeres Publikum verloren". Insofern wolle das Nordkolleg mit dem neuen Angebot eine Lücke schließen, ohne etablierten Medien Konkurrenz zu machen.

Für Kulturreporter gibt es keine Altersgrenzen. Die nötige Technik ist überschaubar: Digitales Aufnahmegerät mit Mikrofon und Stativ für den Radio-Beitrag. Für eine zusätzliche Internet-Seite sollen die Reporter Texte schreiben, Fotos liefert das Smartphone.

Nordkolleg nimmt Anmeldungen entgegen

In den Workshops üben die angehenden Berichterstatter Interviews, Reportagen, Berichte, Rezensionen und Kommentare. Dazu trainieren sie den Umgang mit der Technik. Die Aufzeichnungsgeräte sollen ihnen als Dauerleihgabe zur Verfügung stehen. Wer Kulturreporter werden will, könne sich beim Nordkolleg melden.

Das Projekt startet am 1. August mit einer Vorbereitungsphase. Die ersten Lehrgänge beginnen im Herbst. Als Leiterin engangiert das Nordkolleg eine Kulturwissenschaftlerin, die ein entsprechendes Studium in Kiel abgeschlossen hat.

Bund gibt 100.000 Euro

Der Bund fördert das Vorhaben mit rund 100.000 Euro, erklärt der Bundestagsabgeordnete Johann Wadephul (CDU). Damit seien 90 Prozent der Kosten gedeckt, sagt Nordkolleg-Leiter Froese. Den Rest bezahle das Bildungsinstitut aus eigenen Mitteln.

Lob von Landwirtschaftsministerin Klöckner

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner schrieb dem Nordkolleg-Geschäftsführer: "Unser Ziel ist es, die ländlichen Regionen als Wohn-, Arbeits- und Lebensräume attraktiv zu gestalten, um gleichwertige Lebensverhältnisse in Deutschland zu schaffen. Ihr Vorhaben trägt dazu bei."

Kultur in die Gemeinden und Dörfer zu bringen, ist das Ziel eines anderen Plans. Der Kreis Rendsburg-Eckernförde bewirbt sich zurzeit um eine Millionenförderung der Bundeskulturstiftung im Rahmen des Trafo-Programms. Die Idee: Kultur soll aus den Tempeln aufs platte Land kommen.

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