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Rendsburg Der riesige Eisenwarenladen zieht um
Lokales Rendsburg Der riesige Eisenwarenladen zieht um
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15:05 28.11.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Das wird eine schwere Aufgabe im Wortsinn: Keiner weiß, was Tresen und Theke des Eisenwarenladens von Paul Matz wiegen, sagt Museumschef Martin Westphal. Quelle: Hans-Jürgen Jensen
Rendsburg

Dabei sind es nur ein paar Meter, die der Laden zurücklegen soll. Die Theke auf Rollen geschoben, der in sechs Teile zerlegte Tresen auf Decken gezogen: Es geht in der kommenden Woche in die Mitte des 600 Quadratmeter großen Raums. Dorthin wo bis vor kurzem Vitrinen mit Dokumenten vom Bau des Nord-Ostsee-Kanals standen und jetzt gähnende Leere ist.

Rendsburg lässt das Museum im Kulturzentrum modernisieren

Dort parkt das Museum den Eisenwarenladen, damit Maler die Wände streichen können. Später ziehen Theke und Tresen weiter ans andere Ende des Raums, an ihren endgültigen Platz. Februar oder März 2020 wird das sein, sagt Museumsleiter Martin Westphal. Der Historiker steht vor dem mächtigen Tresen mit seinen vielen Schubladen und Fächern und stellt die Mutter aller Fragen: "Ist das Ding verleimt?"

Denn vor mehr als 25 Jahren zersägten Männer vom Rendsburger Bauhof den Tresen, um ihn durchs Treppenhaus in den ersten Stock des Museums tragen zu können. Wenn sie ihn hinterher ohne Leim zusammenschoben, haben die Möbelpacker vom Museum es in der kommenden Woche einfacher.

Warum der Aufwand? Warum können Theke und Tresen jetzt nicht da bleiben, wo sie seit 1993 stehen? Die Stadt Rendsburg lässt ihr Historisches Museum im Kulturzentrum am Paradeplatz erstmals von Grund auf bis Sommer 2020 modernisieren. In den Seitenflügel ziehen Modelle, Dokumente und Erinnerungsstücke zur Geschichte des Nord-Ostsee-Kanals - mit dem Eisenwarenladen am Ende der Halle als Blickfang.

Wegen der Umbauarbeiten ist das Museum zurzeit für Besucher geschlossen, sind Ausstellungsstücke im Magazin wie wertvolles Porzellan, die mittelalterliche Schwurlade, Dokumente der dänischen und preußischen Geschichte Rendsburgs eingelagert.

Der Laden hatte Werkzeug für den Bau des Nord-Ostsee-Kanals

Der Eisenwarenladen ist eng mit der Geschichte des Nord-Ostsee-Kanals verbunden. 1889 öffnete Kaufmann Ferdinand Piening ihn. Er witterte das Geschäft seines Lebens. Der Bau des Kanals sollte Geld in die Kasse spülen. Piening verkaufte Schaufeln, Schubkarren und Hacken, mit denen die Arbeiter ein paar hundert Meter weiter in der Baugrube schufteten.

Über die Familie Dittmer gelangte der Laden später in die Hände von Paul Matz, der das Geschäft 1960 seinem Sohn Wolfgang übergab. Dieser schloss die Ladentür am 30. September 1993 für immer. Wolfgang Matz konnte mit den Baumärkten nicht mehr mithalten.

Historisches Museum rettete den Laden vor dem Sperrmüll

Sein Geschäftsmodell war aus der Zeit gefallen. Matz verkaufte Nägel und Schrauben einzeln oder in größeren Mengen grammweise abgewogen. Die Preise notierte er in einem penibel mit Bleistift und Radiergummi geführten Buch mit Lederdeckeln. In hunderten von Schubladen hob er Türbeschläge, Haken und Inbusschlüssel auf. Im Schlaf wusste er, wohin er greifen musste, wenn ein Kunde eine bestimmte Schraube suchte.

Ob er einen Nachfolger habe, wollte Museumschef Westphal kurz vor der Geschäftsaufgabe wissen. "Ich schließe ab und stelle den Laden an die Straße", sagte Matz. "Das war ihm ernst." Westphal rettete den Laden vor dem Sperrmüll und stellte ihn in seinem Museum so auf, wie die Kunden ihn bis zum 30. September 1993 kannten.

Auch nach dem Umzug im ersten Stock des Historischen Museums soll der Laden so wirken, als habe der inzwischen verstorbene Wolfgang Matz seinen grauen Kittel mal eben an den Haken gehängt, um Pause zu machen.

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Theke und Tresen ziehen im ersten Stock des Historischen Museums um.

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