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Rendsburg Er brachte die Klimastreiks in die Stadt
Lokales Rendsburg Er brachte die Klimastreiks in die Stadt
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16:21 28.03.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Maximilian Reimers vom Rendsburger Organisationsteam verteilt Plakate für eine Klima-Demonstration in Rendsburg. Quelle: Hans-Jürgen Jensen
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Rendsburg

"Wir sind die letzte Generation, die noch etwas gegen den Klimawandel machen kann", findet der 19-Jährige. "Die Generation vor uns hat ihre Verantwortung nicht wahrgenommen, obwohl sie sehen konnte, was da kommt."

Mit zwölf Jahren habe er begonnen, sich für Politik zu interessieren. Einer seiner besten Freunde, ein aus Pakistan stammender Schüler, sei rassistisch angegriffen worden - verbal und körperlich. "Da wurde ich hellhörig. Es zerrüttete die Sichtweise, dass wir hier alle gleich sind, egal wie wir aussehen."

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Von Klimastreik in Kiel beeindruckt

Wie er die Fridays-for-Future-Streiks mit Freunden nach Rendsburg brachte? Reimers war bei den ersten Klimademonstrationen in Kiel dabei – und mächtig beeindruckt. "1000 Jugendliche, die für das Klima demonstrieren – wann habe ich das schon mal erlebt?"

Erstaunlich fand er auch, wie die Jugendlichen die sozialen Medien mit Texten, Bildern und Videos bedienten. "Da waren fünf Leute mit professionellen Kameras."

Demos in Rendsburg auf die Beine zu stellen, bedeute "viel Organisation". Die Aktivisten nutzen soziale Netzwerke wie Whatsapp und Instagram. Mit einer einzigen Botschaft erreiche man da 800 bis 1500 Leute.

Jüngster Fraktionschef aller Zeiten

Reimers bedient nicht das Klischee des Aktivisten und Straßenkämpfers. Seit den Kommunalwahlen sitzt er als Vertreter der Linken im Kreistag von Rendsburg-Eckernförde, ist dort der jüngste Abgeordnete und außerdem jüngster Fraktionsvorsitzender aller Zeiten.

Die Stapel an Unterlagen für die Kreistagssitzungen lese er akribisch durch, weil er seine Arbeit "ja ordentlich machen will". Der 19-Jährige hat Manieren, drückt im Kreistag jedem freundlich die Hand, nur nicht Vertretern der AfD. Zu Sitzungen kommt er in Krawatte und Sakko.

Keine Parteipolitik bei Fridays for Future

Parteipolitik halte er bei Fridays for Future raus – "unbedingt". Da hadert er bisweilen auch mit eigenen Genossen. "Mich persönlich macht es sauer, wenn Politiker glauben, dass man noch über den Zeitpunkt des Kohleausstiegs verhandeln kann. Wenn es solche Diskussionen in meiner Partei gibt, dann platzt mir der Kragen."

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