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Rendsburg Raus aus dem Kulturtempel, rein ins Dorf
Lokales Rendsburg Raus aus dem Kulturtempel, rein ins Dorf
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15:16 09.07.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Unplugged-Konzert mit kuscheliger Wohnzimmeratmosphäre. Quelle: Sven Tietgen
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Rendsburg

Es geht um das Förderprogramm Trafo der Kulturstiftung des Bundes. Mit ihm will die Organisation Kultur auf dem Lande unterstützen. Vorbilder gibt es im Oderbruch, in der Saarpfalz, auf der Schwäbischen Alb und in Südniedersachsen. Wer ins Trafo-Programm, kann einen Geldsegen erwarten, 1,25 Millionen Euro verteilt auf vier Jahre.

Trafo-Förderung für fünf Regionen

Bundesweit gibt es derzeit 18 Bewerber, zwei davon aus Schleswig-Holstein, neben Rendsburg-Eckernförde der Kreis Nordfriesland. Nur fünf Regionen aus ganz Deutschland gelangen in den Genuss der 1,25-Millionen-Euro-Spritze, sagen Nordkolleg Geschäftsführer Guido Froese und der Kreiskulturbeauftragte Reinhard Frank, die die Bewerbung von Rendsburg-Eckernförde vorbereiten.

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Fünfergruppe bewirbt sich für Trafo-Förderung

Ende des Monats will die Gruppe ihre schriftliche Bewerbung abgeben. Dahinter stehen das Freilichtmuseum Molfsee sowie aus Rendsburg das Landestheater, die Musikschule, das Nordkolleg und die Volkshochschule, eine Fünfergruppe. Ende Augst reist eine fünfköpfige Jury an. Fünf Stunden haben die Kulturleute aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde dann Zeit, für sich zu werben.

Dorfgeschichten aus Sehestedt

Dazu nutzen sie den neuen Sehestedt-Song samt Film über das Dorf als Beispiele für ihre Ideen. Beides entstand Anfang Juni bei einem Kulturtag im Markt-Treff der Gemeinde. Frank und Froese ließen Bürger aus Sehestedt Dorfgeschichte mit Playmobil-Figuren erzählen. "Ein Buch voller Geschichten" könnte daraus werden, findet Nordkolleg-Geschäftsführer Guido Froese. Oder ein Theaterstück, oder ein Musical. Froese: "Der Test ist geglückt." So könnte Kultur ins Dorf kommen. "Die Trafo-Geschichte ist eine Riesenchance."

Café, Wohnzimmerlesung, Freilichtbühne

Die Fünfergruppe will der Jury noch mehr Ideen vorstellen, sagt Reinhard Frank, der Kreis-Kulturbeauftragte. Etwa ein rollendes Café, das über die Lande fährt und Dörfler bei Kaffee und Kuchen zum Erzählen von Dorfgeschichten bringt. Oder eine Wohnzimmerlesung mit Autoren oder Schauspielern beim Dorf-Bewohner zu Hause, "wirklich im Wohnzimmer".

Volkshochschule und Freilichtmuseum Molfsee schlagen vor, gemeinsam mit Gärtnern einen neuen Dorfplatz mit Blühwiese und Freilichtbühne anzulegen. Denn viele Gemeinden haben keinen Mittelpunkt mehr, sagt Reinhard Frank. "Der Dorfkrug ist zu, und oft gibt es keinen Dorfplatz mehr."

"Wir wollen Ideen aus den Gemeinden"

Kultur solle nicht von oben herab kommen: "Wir wollen helfen, Kulturangebote in den Dörfern zu entwickeln. Wir wollen Ideen aus den Gemeinden, und die Dörfer beflügeln."

Neben der Idee, Kultur aufs platte Land zu bringen, gehe es auch darum, mit Trafo-Hilfe Kulturstätten neue Aufgaben zu geben, erklärt Nordkolleg Guido Froese. Hauptfrage sei: "Wie müssen sich Kultureinrichtungen verändern, um überlebensfähig zu sein?"

Zu Weihnachten 2019 soll die Entscheidung fallen, welche fünf Regionen in den Genuss der Trafo-Förderung kommen.

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