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Rendsburg Armer oder reicher Kreis?
Lokales Rendsburg Armer oder reicher Kreis?
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13:31 19.04.2018
Von Hans-Jürgen Jensen
Landrat Rolf-Oliver Schwemer (parteilos). Quelle: Wolfgang Mahnkopf
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Rendsburg

„Wir werden bestraft für unsere Haushaltsdisziplin“, spitzt der Landrat zu. „Wir werden dafür bestraft, dass wir mit dem Geld, das wir haben, über die Runden kommen. Es kann ja nicht ernsthaft das Ziel sein, Schulden zu machen, um in den Genuss von Förderprogrammen zu kommen.“ Rolf-Oliver Schwemer nennt die Kriterien, nach denen das Land die Zuschüsse verteilt, „ungerecht und nicht nachvollziehbar“.

"Keine Kritik vom Landkreistag"

Thomas Schunck, Sprecher des Bildungsministeriums, weist das zurück: Die Finanzkraft von Rendsburg-Eckernförde pro Einwohner liege „deutlich höher als die von anderen Schulträgern, die als finanzschwach einzustufen sind“. Die Kriterien habe das Innenministerium entwickelt. „Es gab zudem ein Beteiligungsverfahren.“ Das Ergebnis habe der Landkreistag „nicht in Frage gestellt.“

100 Millionen für 127 Schulträger

Knapp 100 Millionen aus einem zweiten Bundesprogramm für Schulen verteilt das Bildungsministerium jetzt an 127 Kreise, Städte, Gemeinden und Schulverbände. Für Rendsburg-Eckernförde ist der Zug aller Voraussicht nach abgefahren. „Weil die Kriterien nicht erfüllt werden, wird der Kreis keinen Antrag stellen“, sagt Schwemer. „Ich kämpfe für Änderungen in der Zukunft.“

Programme ohne Zuschüsse

Dabei hätte der Kreis aus seiner Sicht Geld aus den Programmen gut gebrauchen können. So hat er nach Angaben der Verwaltung ohne Zuschüsse 3,8-Millionen-Euro-Programme für seine Schulen aufgelegt - unter anderem für Fachräume in den Berufsbildungszentren, für Tafeln und Mobiliar in den Förderschulen in Rendsburg, Eckernförde und Nortorf sowie Digitalisierung.

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