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Rendsburg Einzigartig: Neues Museum in Rendsburg
Lokales Rendsburg Einzigartig: Neues Museum in Rendsburg
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15:28 17.09.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
 Die 1287 erbaute Marienkirche war ehemals katholisch. Quelle: Hans-Jürgen Jensen
Rendsburg

Der Rundgang beginnt in der Nordkapelle der 1287 erbauten Kirche. Ein Zeitstrahl zieht sich an der Wand entlang, beginnt mit den Sachsenkriegen im Jahr 772 und führt in Etappen bis ins Jahr 2017. Unter dem Band sind Taschen angebracht mit handlichen Tafeln, auf denen sich Besucher weiter informieren können.

Für Touristen aus Skandinavien

Die Texte sind in Deutsch und Englisch. Das war wichtig, um Touristen aus Skandinavien anzusprechen, sagt Marienpastor Rainer Karstens. Weiter geht der Rundgang vorbei an einem Bildschirm mit einem interaktiven Kirchenmodell durch die Südkapelle mit großen Wandtafeln, die an Verstorbene und Gefallene erinnern.

Hinter dem Altar der Marienkirche

Der Weg führt durchs prunkvoll ausgestattete Kirchenschiff in die alten Sakristeiräume hinter dem  Hochaltar. Die engen Zimmer waren zuletzt "Lagerraum für alles Mögliche", sagt Pastor Karstens. Jetzt geht es hier um Kirchenmusik, Hörstationen inklusive.

Der letzte Sakristei-Raum gewährt einen Einblick in die Büchersammlung des berühmten Rendsburger Gelehrten aus dem 17. Jahrhundert. Marquard Gude verfügte zu Lebzeiten über 10.000 Bücher, wovon er 1.000 der Marienkirche überließ, sagt Ausstellungskurator Jens Martin Neumann.

Werke aus der Gude'schen Bibliothek wurden "nie so richtig der Öffentlichkeit präsentiert", meint Pastor Karstens. Jetzt sind ein gutes Dutzend in der Dauerausstellung unter Glas zu sehen: Werke von Aristoteles, Cicero, Erasmus von Rotterdam, Machiavelli.

Stolz auf die Dauerausstellung

Die Ausstellung "ist absolut gelungen", sagt der Kunsthistoriker Jens Martin Neumann. "Ich bin ein bisschen stolz." Das Museum in der Kirche "lädt dazu ein, dass man sich mit Glaubensspuren auseinandersetzt", meint Pastor Karstens. Dabei verzichte die Ausstellung "auf technische Spielereien".

Es begann mit der Renovierung der Marienkirche

Die Ausstellung sei "die Fortsetzung eines Weges, der 2001 mit der Renovierung der Marienkirche begann", erklärt Karstens. "Damals haben wir in die Pläne geschrieben, dass die hinteren Sakristeiräume Ausstellungsräume sein sollen." Daraus wurde viel mehr.

Die Kirche engagierte die Kieler Designerinnen Astrid Becker und Anna Bandholz und den Rendsburger Architekteb Hauke Mengel. Von "vielen Herausforderungen, die spannend waren", spricht Anna Bandholz. "Es war eine besondere Aufgabe und eine besondere Herausforderung", meint Hauke Mengel. Denn die Kirche sollte Kirche bleiben.

Der Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde wäre auch ohne die Ausstellung zurechtgekommen, sagt der Rendsburger Propst Matthias Krüger. Mit ihr sei aber das Besondere dazu gekommen. "Das finde ich einfach geil." Die Ausstellung locke Touristen, findet sein Eckernförder Kollege Sönke Funck und beschreibt das Potenzial: 2017 hätten 2,2 Millionen Touristen Kirchen in Schelswig-Holstein besucht.

Landesbischöfin eröffnet die Dauerausstellung

Die Marienkirche eröffnet die Dauerausstellung am Sonntag, 22. September 2019, um 11 Uhr nach einem Gottesdienst, bei dem Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt predigt. Die Ausstellung in der Kirche und den Seitenkapellen ist ab dann frei zugänglich. Nur in die alte Sakristei geht es mit Kirchenführern. Der Eintritt ist frei.

Marienkirche gab 60.000 Euro

Rund 210.000 Euro hat die Ausstellung den Angaben zufolge gekostet. Die Aktivregion förderte sie mit 93.000 Euro. Kirchenkreis und Nordkirche gaben zusammen 60.000 Euro, die Kirchengemeinde St. Marien machte den gleichen Betrag locker.

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