Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Rendsburg Deutlich höhere Preise drohen
Lokales Rendsburg Deutlich höhere Preise drohen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:40 02.07.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Sperrmüllabfuhr in Dänischenhagen. Quelle: Tilmann Post
Anzeige
Rendsburg

Das Thema der künftigen Müllgebühren beschäftigt die Politiker im Kreis-Umweltausschuss. Es geht hoch her. Die SPD spricht von drohendem Serviceabbau und versteckten Kosten für Bürger.

Zurzeit geht es allerdings erst um die Ausschreibung für neue Verträge. Wie sie formuliert sind, entscheidet am Ende der Kreistag, sagt Ralph Hohenschurz-Schmidt, Geschäftsführer der Abfallwirtschaftsgesellschaft AWR. Eine Vorentscheidung soll im August im Umweltausschusses fallen.

Anzeige

"Mit die niedrigsten Müllgebühren"

Der Standardhaushalt zahlt laut AWR-Kostenrechner zurzeit 110 Euro im Jahr. Dafür hat er eine 40-Liter-Restmülltonne und einen 120-Liter-Biokübel, beides leert die Müllabfuhr alle 14 Tage. Dazu kommt eine Papiertonne, die die Abfuhr einmal im Monat auskippt. Die letzte Preiserhöhung um knapp drei Prozent war den Angaben zufolge vor drei Jahren. Davor seien die Gebühren 20 Jahre lang gleich hoch geblieben.

Die Gebühren gehörten derzeit zu den niedrigsten im Land, sagt Hohenschurz-Schmidt. Daran werde sich voraussichtlich nichts nach der nächsten Preisrunde ändern.

Keine Sperrmüllabfuhr mehr?

Dennoch: Für die Bürger wird es womöglich ab 2011 unbequemer. Ob sie einmal im Jahr ihre kaputten Möbel und ausrangierten Teppiche für lau an den Straßenrand stellen dürfen, ist fraglich. Womöglich holt die Müllabfuhr auch nicht mehr zweimal im Jahr gebündelte Äste ab.

Die AWR schlägt vor, beide Angebote zu streichen. Den Spareffekt beziffert sie für alle Gebührenzahler auf deutlich mehr als 300.000 Euro. Weiter schlägt die AWR vor, den Restmüll aus der 40-Liter-Tonne nur noch einmal im Monat abzuholen statt 14-täglich, was weitere 80.000 Euro sparen könne.

Zehn Recyclinghöfe

Wohin mit Sperrmüll und gebündelten Ästen? Dafür gebe es zehn Recycling-Höfe, sagt die Abfallwirtschaftsgesellschaft. Wer weder Kombi noch eine Anhängerkupplung an seinem Auto hat, könne sich ansonsten einen Sperrmülltermin für 40 Euro buchen und zusätzliche Biotonnen mieten.

Die Vorschläge seien "aus unserer Sicht zumutbar", meint Geschäftsführer Hohenschurz-Schmidt. "Wir machen keine Vorschläge, die aus unserer Sicht eine wesentliche Einschränkung der Servicequalität für die Bürger bedeuten würde."

Mit den AWR-Sparvorschlägen wären die drohenden Gebührenerhöhungen aber nicht aus der Welt. Die Quote fiele immer noch zweistellig aus, meint der Geschäftsführer. "Ob es zehn, 15 oder 20 Prozent sein werden, werden wir aufgrund der Ausschreibungsergebnisse sehen."

"Kreistag beschließt Müllgebühren"

Ob die regelmäßigen Sperrmüll- und Grünschnittabfuhren wegfallen und ob die Restmülltonnen seltener geleert wird, ist Sache des Kreistags. Der entsprechende Beschluss ist die Basis für die Ausschreibung der neuen Verträge.

Hohenschurz-Schmidt: "Die Politik entscheidet, was ausgeschrieben wird". Das letzte Wort über die Höhe der ab 2011 fälligen Gebühren habe wiederum der Kreistag "in einem begrenzten Spielraum".

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier.

Immer informiert: Lesen Sie alle Nachrichten aus der Region Rendsburg.

Hans-Jürgen Jensen 02.07.2019