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Rendsburg Brücken-Tüv in 40 Metern Höhe
Lokales Rendsburg Brücken-Tüv in 40 Metern Höhe
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14:46 27.11.2018
Von Hans-Jürgen Jensen
Brückenprüfung an der Autobahnbrücke A7 Rader Hochbrücke: Prüfingenieur Peter von Drathen,60 (links) bei der Sichtkontrolle der Stahlträger, die zuvor vom Kollegen Kai Harms,53 (rechts) mit einer Speziallösung eingesprüht wurden. Quelle: Ulf Dahl
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"Bisher", sagt Peter von Drathen, "haben wir keine unerwarteten Schäden gefunden." Er ist einer von zwei Prüfingenieuren, die mit bis zu fünf Technikern in der Brücke durch enge Gänge kriechen, die 28 Pfeiler auf einer Treppe von Innen besteigen, den Unterbau und die beiden Seitenteile der Überführung aus gelben Fahrkörben inspizieren. Handnah ist die Prüfung, sagt Burkhard Kötter, der für Brücken zuständige Dezernatsleiter beim Landestrieb Straßenbau und Verkehr.

Halogenscheinwerfer geben Licht

Zum Einsatz kommt dabei auch eine Flasche mit Seifenschaum. Techniker Kai Harms kauert 40 Meter über dem Nord-Ostsee-Kanal im Fahrkorb, den die oben auf A 7 fahrenden Sattelschlepper, Sprinter und Autos durchrütteln. Ein Dröhnen liegt in der stickigen Luft. Vier Halogenscheinwerfer sorgen für helles Licht. Harms richtet die Düse der Flasche auf den kalten Stahl und drückt ab. Eine feine Schicht überzieht die Oberfläche an der Unterseite der Brücke. Wenn Bläschen entstehen, ist ein Loch an der Stelle. Diesmal blubbert nichts.

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Brücke muss bis 2026 halten

Normalerweise finden solche Hauptprüfungen nach der DIN-Norm 1076 alle sechs Jahre auf und an Brücken statt, erklärt Dezernatsleiter Kötter. Die marode Rader Hochbrücke untersuchen die Spezialisten dagegen alle drei Jahre. Sie muss noch bis 2026 halten, dann soll der erste Teil der neuen Hochbrücke fertig sein und den gesamten Verkehr über den Kanal aufnehmen. Sechs statt bisher vier Spuren soll die neue Überführung haben.

Noch ausreichend

Das Viadukt hat zurzeit die Zustandsnote drei, ermittelt bei der jüngsten Hauptprüfung. Nach der Tabelle der Bundesanstalt für Straßenverkehr ist das ausreichend. Ob es dabei bleibt, ist ungewiss. "Es kann sein, dass sich das ändert", meint Kötter. Ab der Note 3,5 bekommt eine Brücke den Vermerk "ungenügend".

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Spezialisten untersuchen die Rader Hochbrücke.
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