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Rendsburg Jüdische Grabstellen in schwarz-weiß
Lokales Rendsburg Jüdische Grabstellen in schwarz-weiß
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17:43 06.11.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Unter dem Titel "Haus der Ewigkeit" zeigt das Jüdische Museum in Rendsburg im Rahmen seiner Novembertage Fotos von Grabstätten auf 20 jüdischen Friedhöfen. Quelle: Hans-Jürgen Jensen
Rendsburg

Seine diesjährigen Novembertage mit umfangreichem Programm eröffnet das Jüdische Museum in der Prinzessinstraße in Rendsburg am Donnerstag, 7. November 2019, um 17 Uhr. Seit den 1990er Jahren veranstaltet das Haus jährlich seine Novembertage. Sie sollen an die Novemberpogrome von 1938 der Nazis mit Morden, Gewaltausbrüchen, Plünderungen und Brandstiftungen in Deutschland und Österreich erinnern.

Nach ihrer Premiere in Dresden im vergangenen Jahr ist die Ausstellung "Haus der Ewigkeit" erstmals in Norddeutschland zu sehen. "Es geht um Dokumentation und Alltagskultur", sagt Marcel Jacobs. Er macht sich seit 2004 zunächst mit seinem inzwischen verstorbenen Partner Klaus Jacobs und mittlerweile alleine auf jüdischen Friedhöfen auf Spurensuche. Immer im Winterhalbjahr. "Wegen des fantastischen Lichtes." Eindrucksvolle Fotografien in Schwarz-Weiß entstehen so.

"Wir haben gezielt Grabstätten aufgesucht und über Menschen recherchiert", sagte Marcel Jacobs am Mittwoch vor Medienvertretern. "Ich möchte Spuren sichtbar und begreifbar machen für die nächste Generation." Bevor es zu spät ist. Denn: "Die Spuren verwischen zusehends."

Es gehe darum, "reichhaltiges jüdisches Leben zu dokumentieren". Und so ging es zu großen jüdischen Friedhöfen wie denen im polnischen Warschau oder im ukrainischen Tschernowitz oder zu kleineren wie dem in Prag, einem der ältesten Jüdischen Friedhöfen Europas.

Am beeindruckendsten fand Jacobs die großen Friedhöfe in Warschau und Tschernowitz. "Das Gefühl von Unendlichkeit", habe ihn da ergriffen. Erschüttert war er angesichts von Verfall und Vandalismus in Tschernowitz. "Da blutet einem das Herz." Die beiden großen Friedhöfe seien "wie ein Geschichtsbuch, Sie können Tage da verbringen".

Die Ausstellung "passt perfekt in das Programm der Novembertage", findet Jonas Kuhn, der Leiter des Jüdischen Museums. Zwar sind keine Bilder von schleswig-holsteinischen jüdischen Friedhöfen zu sehen, es gibt 17 im Lande. Es sei aber ein "schöner Ansatz", wenn einheimische Gäste des Museums nach einem Besuch der Ausstellung auf Spurensuche im Lande gingen, meint Kuhn.

Weit haben sie es dabei nicht. Der nächstgelegene jüdische Friedhöfe ist auf der anderen Seite des Nord-Ostsee-Kanals in Westerrönfeld. Im Beiprogamm der Ausstellung bietet Dr. Frauke Dettmer, die ehemalige Leiterin des Jüdischen Museums, am 26. Januar 2020 eine Führung über den ehemaligen jüdischen Zentralfriedhof an. Anmeldungen unter Tel. 04331/440430.

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