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Rendsburg "Neue Schwebefähre kommt pünktlich"
Lokales Rendsburg "Neue Schwebefähre kommt pünktlich"
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13:48 01.10.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Das Wrack der Schwebefähre liegt am Rand eines Bauhofs der Kanalverwaltung am Ende der Blenkinsopstraße in Rendsburg. Quelle: Hans-Jürgen Jensen
Rendsburg

Seit Anfang 2016 pendelt die Schwebefähre nicht mehr zwischen Rendsburg und Osterrönfeld über den Nord-Ostsee-Kanal. Nach einem dramatischen Zusammenstoß mit einem Frachter blieb sie mit Totalschaden liegen. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt gab im Dezember 2018 der bayerischen Firma Hermann GmbH Maschinenbautechnologie den Auftrag zum Bau der neuen Gondel.

Ziel sei, die neue Fähre ab Mitte 2020 über den NOK fahren zu lassen. Auf der Eisenbahnhochbrücke hat eine Büdelsdorfer Spezialfirma inzwischen alle 36 Schienenträger für die Antriebsräder der Gondel montiert. Zuletzt gab es am Zeitplan der Bayern Zweifel.

Auf wiederholte Nachfrage dieser Zeitung erklärte Matthias Visser, der Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA), an diesem Mittwoch: "Die Firma geht davon aus, dass Mitte 2020 die neue Schwebefähre  pendelt. Wir gehen mit der Firma davon aus, dass das klappt." Nach einem Ortstermin am Vortag gebe es keinen Zweifel am Zeitplan. "Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass es nicht klappt." Vertraglich sei Mitte 2020 als Fertigstellungstermin mit dem bayerischen Unternehmen vereinbart.

Vier Disziplinen beim Neubau der Schwebefähre

Planung und Konstruktion der neuen Fähre liefen in den Disziplinen Stahlbau, rechnergestützte Steuertechnik, Elektrotechnik und Maschinenbau - und zwar gleichzeitig, sagte Visser. "Es geht dabei um Abstimmung und Details. Das braucht Zeit." Daher könne die Firma vom WSA ursprünglich angekündigte Arbeitsschritte nicht einhalten.

So hatte das WSA zuletzt angekündigt, Mitte 2019 beginne der Bau der Schwebefähre und ab Ende Sommer/Anfang Herbst fahre das Unternehmen vorgefertigte Stahlteile zu seiner Niederlassung in Bremen, wo diese in einer Schweißhalle zusammengesetzt würden.

"Firma steht zum Terminplan für Neubau der Schwebefähre"

Der Bau beginne im Herbst, ebenfalls im Herbst würden die ersten Lkw nach Bremen fahren, kündigte Visser am Mittwoch an. "Sobald die ersten Stahlteile gebaut sind, veröffentlichen wir Bilder davon."

Bevor die Firma loslegen kann, muss das WSA die ersten Konstruktionspläne der Firma absegnen. Bisher habe seine Behörde noch keinen einzigen Detailplan abgenickt, erklärte Visser. Ein Problem sei das offenbar nicht. "Das bringt die Firma nach augenblicklichem Erkenntnisstand nicht in Zeitnot." Rüdiger Schröder, WSA-Sachbereichsleiter: Die Firma sagt, "sie habe alles im Griff, sie stehe zu ihrem Terminplan".

Führerstand der Schwebefähre als Holzmodell

Als nächsten Schritt wolle die Firma ein Holzmodell des Führerstands in Originalgröße bauen - samt Arbeitsplatte, Unterschrank, Monitor, Funkgerät, Feuerlöscher, Kleiderhaken und Steckdose. Hauptfrage: Kann der Fährführer in dem Raum vernünftig arbeiten? Anfang kommender Woche solle die Firma Grünes Licht für den Modellbau bekommen, kündigte Rüdiger Schröder an.

"Die erste Schwebefähre seit 100 Jahren"

Visser und Schröder wiederholen ihr Mantra: "Wir wissen alle, die neue Schwebefähre ist ein Einzelstück. Es ist das erste Mal seit 100 Jahren, dass eine Schwebefähre gebaut wird." Und zwar mit neuer Technik und nach neuen Vorschriften. "Beim Bau der alten Schwebefähre gab es noch keine Din-Normen."

Bis zu ihrer Zerstörung beförderte die Schwebefähre nach Angaben der Kanalverwaltung täglich 350 Fahrzeuge und 1700 Personen.

2. Dezember 1913: Die Schwebefähre nimmt nach einem festen Fahrplan ihren Betrieb auf.

13. Januar 1993: Die Bremsen der Schwebefähre lösen sich während der nächtlichen Betriebspause. Die Gondel kollidiert mit dem Kümo „Linda Maraike“.

11. Februar 1993: Die Schwebefähre geht wieder in Betrieb.

8. Januar 2016: Die Schwebefähre kollidiert mit dem Frachter „Evert Prahm“. Der einzige Passagier wird verletzt.

15. März 2016: Die Kanalbehörde lässt das Wrack der Schwebefähre von der Eisenbahnhochbrücke abhängen.

24. März 2017: Die Schwebefähre tritt ihre vorerst letzte Reise vom Reparaturkai zum Lagerplatz für Kabeltrommeln auf dem Bauhof des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) in der Rendsburger Blenkinsopstraße an.

12. Dezember 2018: Das WSA gibt die Auftragsvergabe für den Bau der neuen Schwebefähre an die bayerische Firma Hermann GmbH Maschinenbautechnologie bekannt.

in Gegenstand ist von einer Brücke auf die Autobahn 215 auf ein Auto geworfen worden. Die Windschutzscheibe des Fahrzeugs sei beschädigt worden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Die 49 Jahre alte Fahrerin aus Plön sei glücklicherweise unverletzt geblieben.

KN-online (Kieler Nachrichten) 01.10.2019

Die Fähre „Landwehr“ hat ihren Regelbetrieb in Quarnbek wieder aufgenommen. Nachdem am Mittwoch die Wartungsarbeiten an der Fährstelle abgeschlossen wurden und schon am Dienstag ein Fehler in der Steuerungsanlagebeseitigt wurde, werden jetzt wieder Fahrzeuge über den Nord-Ostsee-Kanal befördert.

Sven Janssen 01.10.2019

Die Weichen für das Ergänzungsgebäude des Kindergartens in Groß Vollstedt sind gestellt. Vom Land liegt ein Förderbescheid von 404000 Euro vor. Der Finanzausschuss empfahl 50000 Euro Planungskosten in den Etat aufzunehmen. 2020 soll der Neubau für zwei Ü3-Gruppen fertig sein.

Beate König 11.09.2019