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Rendsburg Kanaltunnel wird nicht fertig
Lokales Rendsburg Kanaltunnel wird nicht fertig
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16:02 17.06.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Die Weströhre des Rendsburger Kanaltunnels ist seit mehr als zwei Jahren gesperrt. Quelle: Hans-Jürgen Jensen
Rendsburg

Damit hält die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung nur einen Teil ihres Versprechens ein. Sie hatte wiederholt angekündigt, dass die Arbeiten im Tunnel im Februar 2020 beendet sind und ab dann beide Röhren befahrbar sind.

"Firma hält Zeitplan im Kanaltunnel nicht ein"

Die Behörde hatte nach eigenen Angaben einen entsprechenden Zeitplan mit den Baufirmen vertraglich abgesprochen. Am Montag erklärte die Kanalverwaltung, dass eine Firma diesen Plan nicht mehr einhalten könne. Arbeiten "an der Betriebs- und Verkehrstechnik" würden nicht fertig.

Sechs Monate Sperrungen ab Februar

Daher gebe es jetzt einen "aktualisierten Bauzeitenplan" mit "temporären Sperrungen" jeweils einer Röhre. In der Summe gehe es um etwa sechs Monate, verteilt aufs kommende Jahr.

Landrat und Bürgermeister fassungslos

Landrat Rolf-Oliver Schwemer (parteilos) und Bürgermeister Pierre Gilgenast reagierten am Montag fassungslos. Schwemer: "Nachdem bereits x-mal ein Zeitplan nicht eingehalten wurde, hatte ich erwartet, dass die zuständige Wasser- und Schifffahrtsverwaltung und die beteiligten Firmen die entsprechenden Konsequenzen gezogen hätten und nunmehr ihre der Öffentlichkeit gegenüber getätigten Zusagen einhalten."

Gilgenast sprach von einem "unmöglichen Zustand für Pendler". Die Nachricht sei in der Region "nicht vermittelbar", sie sei eine "unglaubliche Enttäuschung". Sie werfe auch "Fragen auf zum Baustellenmanagement" der Kanalverwaltung auf.

"Desaster im Kanaltunnel geht weiter"

Michael Thomas Fröhlich, der Geschäftsführer des Unternehmensverbands, spielt auf die lange Dauer der Sanierung im Rendsburger Kanaltunnel an: "Das Desaster setzt sich ungeschminkt fort. Wir sehen selbstverständlich auch die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung in der Verantwortung." Fröhlich forderte eine plausible Erklärung für die neuen Probleme. Er glaube keinem Zeitplan mehr.

Kanalbehörde "nachhaltig verärgert"

Die alleinige Schuld liege bei der für die Arbeiten zuständigen Firma, erklärte Hans-Heinrich Witte, der Präsident der Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, am Montag: "Wir sind nachhaltig verärgert."

Generaldirektion prüft rechtliche Schritte

Die Firma sei "offensichtlich nicht in der Lage, ganz seriös zu planen". Und: "Wir prüfen rechtliche Schritte. Eine Kündigung des Vertrag mit der Firma kommt derzeit nicht infrage." Nach Ansicht der Direktion könnte das zu unkalkulierbaren Verzögerungen führen.

"Wollten den Kanaltunnel schnell freigeben"

Die Firma habe die Arbeiten nach Angaben der Direktion im kommenden Jahr durchziehen wollen, ohne die zurzeit gesperrte Weströhre zwischenzeitlich zu öffnen. Das hätte voraussichtlich bis zum Herbst gedauert. Das habe seine Behörde abgelehnt, erklärte Witte: "Wir wollen den Tunnel so schnell und so häufig wie möglich vierspurig zur Verfügung stellen."

Krisengespräch über Kanaltunnel in Rendsburg

Die Kanalverwaltung hat Vertreter des Unternehmensverbands sowie der Kommunen zum Ende der Woche nach Rendsburg zu einem Krisengespräch eingeladen. Dort erwarte er plausible Erklärungen, sagte Michael Thomas Fröhlich, der Geschäftsführer des Unternehmensverbands, am Montag.

Kanaltunnel-Sanierung soll 90 Millionen kosten

Die Sanierung des Rendsburger Kanaltunnels begann vor acht Jahren. Seit sieben Jahren ist bis auf eine kurze Baupause immer eine der beiden Röhren gesperrt. Lange Staus vor den Einfahrten sind regelmäßig die Folge, besonders nach Unfällen. Ursprünglich sollten die Arbeiten Ende 2013 fertig sein.

Zurzeit ist die Weströhre gesperrt. Der Verkehr fließt seit Anfang 2017 in beide Richtungen durch die fertig sanierte Oströhre.

Zu Beginn der Sanierung nannte die Kanalverwaltung Kosten von 25 Millionen Euro, zuletzt war von 80 Millionen Euro die Rede. Am Montag korrigierte die Behörde die Kosten nach oben auf 90 Millionen.

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