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Rendsburg Klimaschutztag unter brennender Sonne
Lokales Rendsburg Klimaschutztag unter brennender Sonne
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15:02 25.06.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Woher kommen die Erdbeeren? Welchen Kohlendioxid-Fußabdruck hinterlässt der Transport? Diese Fragen klärt Selvihan Koc von der Verbraucherzentrale beim Futureday am Gymnasium Kronwerk mit Schülern aus der 8b. Quelle: Hans-Jürgen Jensen
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Rendsburg

Es ist noch früh am Morgen, und die Sonne knallt noch nicht. In Grüppchen machen sich Schüler aus den unteren Kronwerk-Klassen mit Plastikeimern, Abfallgreifern und Käschern auf zur Eider. Ihr Auftrag: Müll sammeln.

Stuhlkreis und Vorträge beim Futureday im Gymnasium Kronwerk

Derweil fragt die freiberufliche Ernährungsberaterin Ina Grüneberg im Raum 153 Schüler aus der 8c: "Schonen regionale Produkte unsere Umwelt?" Klar. Es geht um "kurze Transportwege". Was aber heißt regional? Die Schüler sitzen im Stuhlkreis und sind auf Anhieb nicht schlüssig. Ina Grüneberg: "Für Kartoffeln ist Rendsburg regional. Für Orangen ist Italien regional, Chile aber nicht."

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Derweil fragt die freiberufliche Ernährungsberaterin Ina Grüneberg im Raum 153 Schüler aus der 8c: "Schonen regionale Produkte unsere Umwelt?" Klar. Es geht um "kurze Transportwege". Was aber heißt regional? Die Schüler sitzen im Stuhlkreis und sind auf Anhieb nicht schlüssig. Ina Grüneberg: "Für Kartoffeln ist Rendsburg regional. Für Orangen ist Italien regional, Chile aber nicht."

Ina Grüneberg hat auf einem Tisch Äpfel, Bananen und Plastikschalen mit Heidelbeeren und Pfirsichen aufgebaut. Das Obst kommt vom Discounter. "Und das können sie mit ihrem Gewissen vereinbaren?", entfährt es einem Jungen. Beim Discounter gebe es auch Bio-Produkte, versichert die Ernährungsberaterin. Wenn sie  Lebensmittel in Kisten vom Marienhof beziehe, "dann ist das ohne Plastik".

In Vorträgen geht es derweil in der Sporthalle, im Naturwissenschaftlichen Zentrum der Schule und im Foyer um Themen wie Treibhauseffekt, Klimawandel und Landwirtschaft, Bausteine der Energiewende und Kernfusion. Die Themen sind hochkarätig besetzt. Es sprechen Wissenschaftler vom Geomar-Institut und dem Hamburger Max-Planck-Institut. Ein bisschen Science Fiction ist auch dabei. So geht Ulrike Niemeyer aus dem Hamburger Max-Planck-Institut der Frage nach, wie sich Sonneneinstrahlung durch Eingriffe in die Stratosphäre mindern lässt.

"Fundiertes Wissen zum Klimawandel"

Heidger Brandt, der als Studienrat Kunst und Dänisch am Gymnasium Kronwerk unterrichtet, organisierte den Futureday. "Unsere Schüler haben in großer Zahl an Fridays-for-Future-Demonstrationen teilgenommen. Ich wollte den Schülern fundiertes Hintergrundwissen vermitteln. Daher habe ich Fachleute eingeladen." Bei Geomar habe er angerufen und beim Max-Planck-Institut in Hamburg. "Die Zusagen kamen ganz schnell." Ihm gehe es am Futureday um ein "Gesamtbild der Bausteine für die Energiewende".

Fridays-for-Future-Aktivist: Es gibt Lösungsansätze

Das kommt an. Unter anderem bei Leon Meves. Der 16 Jahre alte Schacht-Audorfer ist Mitorganisator der Fridays-for-Future-Proteste in Rendsburg. Den Projekttag "finden wir sehr gut", sagt er. "Ich finde es cool, dass die Schule Wissenschaftler eingeladen hat. Die Vorträge liefern Lösungsansätze."

"Klimaschutz schmeckt"

Der Workshop "Klimaschutz schmeckt" in Raum 110 mit Selvihan Koc von der Verbraucherzentrale liefert  Erkenntnisse über den Kohlendioxid-Fußabdruck, den Erdbeeren beim Transport hinterlassen. Sophie Hensel, Bente Christophersen, Paul Meikies, Kim Ole Thomsen und Nikolas Bohl sitzen an einem Tisch, auf dem eine Erdbeerschale und ein Benzinkanister stehen. Das ist anschaulich. "Das bringt mir die Erkenntnis, wie sinnig es ist, regional auf dem Wochenmarkt zu kaufen und nicht im Supermarkt", erklärt der 14-jährige Nikolas Bohl.

Die Schule zeige mit dem Futureday, dass sie bereit ist, sich mit dem Klimawandel auseinanderzusetzen, sagt Kronwerk-Rektor Volker Knoop. Es gehe darum, Bewusstsein zu schärfen. "Wie gehen wir mit unserer Umwelt um?" Die Frage sei, ob der Futureday eine einmalige Sache bleiben soll. "Reicht das? Die Schüler wollen das wiederholen."

"... und irgendwann essen wir es selbst"

Derweil ist es Mittag, die Sonne knallt, und die Müllsammler sind zurück. Jede Menge Plastik haben sie an und in der Eider gefunden, dazu ein rostiges Fahrradwrack. Es sei "richtig großer Mist", was da zusammenkam, findet Raphael Lohmeyer, einer der Sammler. "Die Fische fressen das. Und irgendwann essen wir die Fische."

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