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Rendsburg Tiertransporte: Kreis verlängert Stopp
Lokales Rendsburg Tiertransporte: Kreis verlängert Stopp
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10:22 20.02.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Rindertransport in der Türkei. Quelle: Eyesonanimals/Animalwelfare Foundation
Rendsburg

Die Viehtransporte in die 14 Länder in Nordafrika, Südosteuropa, Asien und dem Nahen Osten starten in einem Exportstall der Genossenschaft Rinderzucht Schleswig-Holstein (RSH) in Dätgen bei Nortorf. Hier werden Tiere aus ganz Schleswig-Holstein verladen. Für die Genehmigung der Transporte sind die Amtstierärzte des Kreises Rendsburg-Eckernförde zuständig.

Genossenschaft verzichtet auf Rechtsmittel

Er habe den vor wenigen Tagen verhängten Stopp für Tiertransporte nach einem Gespräch mit der Rinderzucht-Genossenschaft um zwei auf vier Wochen verlängert, sagte Schwemer am Dienstag. Der Kreis wolle die Zeit nutzen, um juristische Fragen im Zusammenhang mit seinen Transportgenehmigungen zu klären. RSH habe zugesichert, in der Zeit keine rechtlichen Schritte gegen den Kreis zu unternehmen.

"Die EU muss es regeln"

Es sei ein Kompromiss, der Zeit verschaffe um das Problem zu lösen, erklärte RSH-Geschäftsführer Matthias Leisen am Dienstag. Es müsse eine "für beide Seiten akzeptable Lösung" gefunden werden. "Es war angenehm, dass der Kreis auf uns zukam." Schwemer und Leisen erklärten übereinstimmend, die EU müsse eine Regelung für Viehexporte in weit entfernte Länder finden.

Der Landrat griff die EU in einem Gespräch mit dieser Zeitung direkt an: "Es muss eine Lösung auf EU-Ebene geben. Die Praktiken sind dort seit längerem bekannt. Trotzdem gibt es bei jetzt keine wirksamen Verbesserungen auf EU-Ebene. Ausbaden müssen es die Veterinäre auf Kreisebene. Diese sind alleine gelassen. Das will ich nicht länger hinnehmen." Daher habe er den Transportstopp verhängt.

Machen sich Tierärzte strafbar

Es gehe aktuell um die Frage, ob sich seine Tierärzte strafbar machen, wenn sie die Tiertransporte genehmigen, erklärte Schwemer. In einem Artikel einer Fachzeitschrift hatte ein prominenter Jurist erklärt, Veterinäre könnten sich der Beihilfe schuldig machen, wenn sie die umstrittenen Transporte genehmigen. Dabei sei es egal "wann, wo und durch wen das exportierte Tier schließlich geschlachtet wird".

Schwemer verhängte Ende vergangener Woche den Stopp für Viehtransporte als Reaktion auf den Artikel und Medienberichte über brutale Transporte und Qualen in den Schlachthöfen. Der Kreis begründete das mit rechtlichen und moralischen Zweifeln. So sei nicht sicher, dass bei den Transporten EU-Recht eingehalten werde. Die Rinder müssten in den Schlachthöfen der Zielländer womöglich "länger anhaltende oder sich wiederholende Schmerzen und Leiden aushalten.

In dem Fachartikel zählte der als Kommentator des Tierschutzrechts bekannt gewordene Jurist mögliche Qualen auf: "Fesselung, Griff in die Augen, mehrfach hintereinander ausgeführte Entblutungsschnitte, minutenlang währender Todeskampf."

Das Landwirtschaftsministerium stellte sich hinter die Entscheidung des Landrats. Die Kreistagsfraktion der Grünen lobte den Schritt Schwemers. Der Bauernverband zeigte Verständnis erklärte aber auch, es würden nur Zuchtrinder transportiert und kein Schlachtvieh. Dagegen erklärte der Kreis, die Rinder seinen zwar als Zuchttiere deklariert. Es bestehe aber der Verdacht, dass die Tiere tatsächlich geschlachtet würden.

"Wir exportieren nur Zuchtrinder"

RSH-Geschäftsführer Leisen versicherte: "Wir exportieren nur Zuchtrinder." Das sei nachweisbar. Sein Verband gehe davon aus, dass die Tiere in den Ländern auch zur Zucht eingesetzt würden. "Irgendwann" endeten sie aber auf dem Schlachthof. "Das ist ein natürlicher Kreislauf."

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