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Rendsburg Rinderzüchter geben Sicherheitsgarantie
Lokales Rendsburg Rinderzüchter geben Sicherheitsgarantie
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12:30 29.03.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Ein Amtstierarzteinen in Niedersachsen startetenden Viehtransport. Quelle: Philipp Schulze
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Rendsburg

Damit hätte der Kreis Rendsburg-Eckernförde den sogenannten Exportstall der Rinderzucht-Genossenschaft RSH faktisch zumindest vorläufig stillgelegt. Denn RSH braucht für seine Viehtransporte von dort aus Bescheinigungen, die Amtstierärzte des Kreises an Ort und Stelle anfertigen.

Nach Informationen dieser Zeitung formulierte RSH-Geschäftsführer Matthias Leisen am Freitagvormittag eine Dienstanweisung für die Mitarbeiter des Exportstalls in Dätgen mit Richtlinien, wie sie sich gegenüber Amtstierärzten verhalten sollen. Die Sicherheit aller Beteiligten stehe an erster Stelle. Die Anweisungen der Veterinäre seien zu befolgen - und das ohne Auseinandersetzungen oder Diskussionen.

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Landrat sah Sicherheit bedroht

Zur Vorgeschichte: Landrat Rolf-Oliver Schwemer berichtete am Freitag vor Journalisten von einem Gespräch mit Matthias Leisen, Geschäftsführer der Rinderzucht-Genossenschaft RSH, das am Mittwoch im Kreishaus stattfand. Dabei habe dieser erklärt, die Nerven seiner Mitarbeiter im sogenannten Exportstall in Dätgen bei Nortorf lägen blank, er könne daher die Sicherheit insbesondere von Dr. Manuela Freitag, der Leiterin des Kreis-Veterinäramts, nicht mehr garantieren.

Ein von RSH am Freitag nachgeschobenes Schreiben sei "nicht die von mir geforderte Sicherheitsgarantie." Er könne nicht hinnehmen, "dass meine Mitarbeiter Angst haben, dass man ihnen an die Gurgel geht", sagte Schwemer Daher würden Amtstierärzte bis auf Weiteres nicht mehr das RSH-Gelände in Dätgen betreten. Damit seien von dort aus keine Viehexporte mehr möglich. Der Exportstall ist die zentrale schleswig-holsteinische Sammelstelle der Rinderzucht-Genossenschaft RSH.

RSH-Dienstanweisung langt dem Kreis

Die neue Dienstanweisung von RSH-Geschäftsführer Matthias Leisen an seine Mitarbeiter reiche dem Kreis als Sicherheitsgarantie, erklärte Martin Kruse, zuständiger Fachbereichsleiter im Kreishaus. Die Anweisung sei schlüssig formuliert. Ab kommender Woche gingen die Kreis-Veterinäre ihrer Arbeit in Dätgen wieder nach.

Das Verhältnis zwischen der Rinderzucht-Genossenschaft RSS und Landrat Rolf-Oliver Schwemer gilt wegen der seit Wochen andauernden Diskussion über qualvolle Tiertransporte von Schleswig-Holstein aus in weit entfernte Länder außerhalb der EU als belastet. Der Kreis Rendsburg-Eckernförde hatte die Debatte im Februar losgetreten, indem er solche Exporte von Dätgen aus verbot. Inzwischen versucht RSH, die Transporte über andere Bundesländer abzuwickeln.

Dazu braucht das Unternehmen sogenannte Vorlaufatteste. Eine solche Bescheinigung für einen Rindertransport mit Endziel Marokko stellte der Kreis auf Anordnung des Umweltministeriums Anfang der Woche zunächst aus. Damit war nicht das letzte Wort gesprochen. In einer ordnungsrechtlichen Anordnung verbot Schwemer am Donnerstag RSH den Transport von Dätgen aus zur Zwischenstation in Niedersachsen.

Hans-Jürgen Jensen 29.03.2019
Frank Scheer 29.03.2019
Sven Janssen 28.03.2019