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Rendsburg Die Flüchlinge kommen Mitte Januar
Lokales Rendsburg Die Flüchlinge kommen Mitte Januar
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21:21 11.12.2015
Von Hans-Jürgen Jensen
 Innenminister Stefan Studt und Bürgermeister Pierre Gilgenast informierten rund 200 Rendsburger über die geplante Erstaufnahme auf dem Gelände der ehemalige Feldwebel-Schmid-Kaserne. Quelle: Jörg Wohlfromm
Rendsburg

Damit geht die Erstaufnahme deutlich später in Betrieb als zunächst geplant. Anfang Dezember hatte Rendsburgs Bürgermeister Pierre Gilgenast angekündigt, die ersten Asylbewerber kämen noch vor Weihnachten. Vor wenigen Tagen nannte das Innenministerium den 28. Dezember. 

Nach dem aktuellen Plan beginnen nach Angaben des Innenminiseriums am Montag die Vorbereitungen für eine Containersiedung für rund 1300 Menschen auf dem ehemaligen Hubschrauberlandeplatz am hinteren Rand des Kasernengeländes. Das Camp wird „in einer etwas dörflichen Struktur“ aufgebaut, sagte Studt

Zur Erstaufnahme sollen eine ehemalige Sporthalle als Speisesaal direkt neben dem Containercamp sowie drei weitere Gebäude gehören – für etwa 700 weitere Flüchtlinge, eine Krankenstation, Kindergarten, Schule, Polizei und Verwaltung. Jürgen Hoppe vom Landespolizeiamt versicherte: „Die Polizei wird in Rendsburg selbstverständlich vor Ort sein. Wir erkennen nicht, dass da etwas aus dem Ruder laufen könnte.“

Ob die alte Sporthalle von Anfang an als Speisesaal nutzbar ist, sei noch offen, sagte Bürgermeister Gilgenast. Das Rendsburger Bauamt müsse noch die Statik prüfen. Möglicherweise werde das Essen zunächst in einem provisorischen Zelt ausgeteilt. „Wir nehmen auf Kultur und Religion Rücksicht“, erklärte Ulf Döhring, der Leiter des Landesamts für Ausländerangelegenheiten. So gebe es kein Schweinefleisch, weil die Mehrzahl der Flüchtlinge Muslime seien. Der Fastenmonat Ramadan werde respektiert.

Studt und Gilgenast warben für die Aufnahme von Flüchtlingen. „Ich habe erlebt, wie sich viele Menschen in Rendsburg für die Flüchtlinge eingesetzt haben“, sagte der Bürgermeister. Es sei „ein Gebot der Humanität“, den Menschen „ein Dach über dem Kopf anzubieten“, sagte der Innenminister.

Dass Flüchtlinge in die ehemalige Kaserne ziehen sollen, hat das Innenministerium Anfang Dezember angekündigt. Das Gelände an der Schleswiger Chaussee liegt gegenüber dem Rendsburger Problemstadtteil Mastbrook mit etwa 3000 Einwohnern, die durchweg in Hochhäusern und lang gezogenen Wohnblocks leben. Es gibt dort auch Einfamilienhäuser Jede dritte Familie bezieht nach Angaben des Rathauses Hartz IV

Bürgermeister Pierre Gilgenast sieht das nicht als Problem. „Eine sehr gute Stadtteilarbeit in Mastbrook“ verhindere Konflikte. Eine Nachbarin sah das anders: Sie habe Angst, dass ihr Haus bald nichts mehr wert ist. Und sie frage den Bürgermeister, ob er garantieren könne, dass der Stadtteil „nicht zum absoluten Problembezirk“ werde.

Es gab auch andere Stimmen. Norbert Klan, Ratsherr: "Die Lage in der ehemaligen Kaserne ist gut, zum Beispiel wegen der Busverbindung in die Stadt." Franc Meyn, Selbstständiger: "Das Beste ist der Kontakt zu den Flüchtlingen. Ich hoffe, dass sich viele Menschen finden, die sich interessieren." Sabine Korff, Hausfrau: "Ich habe immer gesagt, warum nimmt man nicht die Kaserne als Erstaufnahme für Flüchtlinge."

Die Bundeswehr hat die Kaserne Anfang 2010 geräumt. Die 44 Hektar große Fläche ist inzwischen in Privatbesitz. In einem benachbarten Gewerbegebiet an der Büsumer Straße hat das Land von August bis November ein Flüchtlingscamp in Containern für bis zu 800 Menschen betrieben. Schon damals habe er sich um die Feldwebel-Schmid-Kaserne bemüht, sagte Studt. Es sei aber kein Vertrag mit dem Besitzer möglich gewesen.

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