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Rendsburg Taxiunternehmer auf der Barrikade
Lokales Rendsburg Taxiunternehmer auf der Barrikade
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15:42 15.08.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Sie protestieren gegen die neuen Tarife: Die Taxiunternehmer Daniel Hein (von links), Hubert Hein und Matthias Callsen. Quelle: Hans-Jürgen Jensen
Rendsburg

Die Fronten sind verhärtet zwischen dem Kreis und Vertretern der Taxibranche. So sagt Barbara Rennekamp, Leiterin der Kreis-Verkehrsaufsicht, mit den zum 1. Oktober geplanten Preisen könnten die Unternehmen wirtschaften. "Nicht einmal ansatzweise" lasse sich eine Betriebsschließung begründen, findet ihr Kollege Michael Steinicke. Barbara Rennekamp: "Sonst hätten wir den Vorschlag nicht gemacht."

Taxi-Obmann befürchtet Betriebsaufgaben

Das sieht Taxi-Obmann Adalbert Bogalski anders: "Man kann mit den geplanten Tarifen nicht wirtschaften. Das geht gar nicht. Das können wir auch belegen." Er rechne mit Betriebsaufgaben. "Das kostet Arbeitsplätze."

"Taxifahren soll attraktiver werden"

Die aktuellen Preise gelten seit viereinhalb Jahren. Vor zwei Jahren haben die Taxiunternehmer neue Tarife bei dafür zuständigen Kreis beantragt. Der setzte einen Gutachter ein und berechnete neue Preise: Kurze Fahrten werden teurer als bisher, Langstreckentouren günstiger, nachts und an Sonn- und Feiertagen werden schon mittlere Überlandfahrten billiger. Taxifahren solle attraktiver werden. Barbara Rennekamp: "Wir können gerne noch einmal die Vorteile kommunizieren."

Ortstermin in einem kleinen Nebenraum des Nortorfer Taxiunternehmens Hein in der Großen Mühlenstraße. Am Tisch sitzen Firmenchef Hubert Hein und sein Sohn Daniel, der den Betrieb einmal übernehmen soll, sowie der Rendsburger Taxiunternehmer Matthias Callsen. "Ich hab mir Verstärkung geholt", sagt Senior Hein.

"Kunden müssen länger aufs Taxi warten"

Er hat an diesem Mittwochnachmittag eine Tabelle ausgedruckt. Mit ihr will er belegen, dass besonders Nachtfahrten nicht mehr auskömmlich sind: "Ab dem 19. Kilometer fahren wir ins Minus." Soll heißen: Dann liegt der neue Preis unter dem jetzigen. "Nachts verdienen wir kein Geld mehr. Wenn das so durchgeht, werden nachts noch weniger Taxen fahren." Für den Kunden heiße das: Längere Wartezeiten.

"Wenn der letzte Bus weg ist, bleibt nur das Taxi"

Wenig später tagt am Mittwochabend der Kreis-Regionalausschuss im Nortorfer Rathaus. Das Trio will dort für seine Interessen kämpfen. Unterstützung haben sich die Taxler beim Unternehmensverband geholt. Der Kreis sei mit dem geplanten Tarif "auf dem richtigen Weg", sagt dessen Anwalt Jens-Arne Meier. "Aber das reicht nicht, um das Taxigewerbe zukunftsfähig aufzustellen und den Öffentlichen Personennahverkehr sicher zu stellen. Da muss nachgebessert werden." Und: "Wenn der letzte Bus in Osterrönfeld abgefahren ist, bleibt nur noch das Taxi." Die Droschke stelle den Öffentlichen Personennahverkehr rund um die Uhr sicher. Das sei gefährdet.

Gegenüber dieser Zeitung fordern die Unternehmer einen Runden Tisch mit Vertretern des Kreises, bevor der neue Tarif in Kraft tritt. Matthias Callsen: "Wir wollen uns zusammensetzen und persönlich reden. Wir haben das mehrfach angeboten."

"Die Informationspolitik hat nicht gereicht"

In der Ausschusssitzung sagt Jens Arne Meier: "Wir bitten inständig darum, dass wir uns noch einmal über die Tarifstruktur unterhalten." Martin Kruse, zuständiger Fachbereichsleiter beim Kreis, gesteht Versäumnisse ein: "Ich habe wahrgenommen, dass die Informationspolitik nicht gereicht hat."

Taxi-Obmann: Erst reden

Sie gehe davon aus, dass die neue Verordnung in Kraft tritt, sagt Barbara Rennekamp. Die neuen Tarife träten erst einmal in Kraft, danach könne man reden. Die Verordnung könne "jederzeit wieder geändert werden", versichert sie gegenüber dieser Zeitung. Für Taxi-Obmann Bogalski ist das die falsche Reihenfolge: "Erst reden, dann die neue Tarifstruktur."

Vertreter des Kreises hätten bereits mehrfach geredet mit Adalbert Bogalski, versichert Barbara Rennekamp dieser Zeitung. Dem widerspricht der Obmann. Es habe im Frühjahr lediglich einen Runden Tisch beim Unternehmensverband gegeben.

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