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Rendsburg "Die Büste muss weg"
Lokales Rendsburg "Die Büste muss weg"
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18:54 22.03.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Diese Büste des früheren Rendsburger Bürgermeisters Heinrich de Haan steht vor dem Historischen Rathaus. Quelle: Wolfgang Mahnkopf
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Rendsburg

Seit zehn Jahren steht die Bronzebüste des umstrittenen Bürgermeisters Heinrich de Haan vor dem Historischen Rathaus am Altstädter Markt. Der Bildhauer Manfred Siehle-Wissel aus Brammer bei Nortorf hat sie zum 113. Geburtstag des früheren Bürgermeisters im Auftrag der Familie angefertigt.

In seinem Ende vergangenen Jahres erschienenen Buch "Opfer und Täter in Rendsburgs NS-Zeit" beschreibt der ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete und Rendsburger Ratsherr Günter Neugebauer de Haan als Rechtsradikalen, Antidemokraten und Antisemiten in der Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus. De Haan habe sich in seiner Zeit als Bürgermeister der NSDAP angebiedert und einen zunächst abgelehnten Aufnahmeantrag gestellt.

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"Vor dem Rathaus hat die Büste nichts zu suchen"

Die Büste von de Haan "hat auf diesem Platz nichts zu suchen", sagt Neugebauer. "Das Rathaus ist das hohe Haus der Demokratie in Rendsburg." In dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude tagen heute Politiker in der Ratsversammlung und den Ausschüssen. "De Haan hat sich damit gebrüstet, dass er in der Weimarer Republik die Demokratie bekämpft hat", erklärt der Buchautor.

Sie erwarte, dass es in der Ratsversammlung oder den politischen Ausschüssen "eine Diskussion über die Büste geben wird", erklärte Dörte Riemer, die Sprecherin der Stadt Rendsburg, am Freitag. Es lägen dazu aber noch keine Anträge vor.

"Büste gehört in den Garten der Familie"

Die Büste vor dem Rendsburger Rathaus sollte nicht verschrottet werden, meinte Neugebauer. "Es ist ja ein Kunstwerk. Ich bin gegen die Zerstörung von Kunstwerken." Die Stadt solle das Bildnis der Familie zurückgeben. "Eigentlich gehört sie in den Garten der Familie."

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