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Rendsburg 260-Tonnen-Koloss auf 24 Achsen
Lokales Rendsburg 260-Tonnen-Koloss auf 24 Achsen
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15:41 02.09.2015
 Ein Raupenkran mit einer maximalen Hebelast von 400 Tonnen hievt den 260 Tonnen schweren Transformator vom Schiff auf den Schwerlasttransporter mit Hubhebel-Kesselbrücke. Quelle: Wolfgang Mahnkopf
Osterrönfeld

Das ist ein außergewöhnlicher Koloss! Seit März 2012 ist der Schwerlasthafen am Osterrönfelder Ufer des Nord-Ostsee-Kanals in Betrieb, doch einen derart schwergewichtigen Einzelumschlag wie an diesem Mittwoch hat es dort noch nicht gegeben. 11,35 Meter lang, 3,83 Meter breit und 4,56 Meter hoch - Der Transformator für das Tennet-Umspannwerk im benachbarten Schacht-Audorf wiegt 260 Tonnen.

Gelassenheit prägt die Atmosphäre im Hafengebiet der Betreiberin Rendsburg Port. Um 8 Uhr haben die Vorbereitungen für den Umschlag vom Binnenschiff „Simul Profecti“ auf  einen Schwerlasttransporter mit Hubhebel-Kesselbrücke begonnen. Kapitän und Eigner Sietse Zyda aus den Niederlanden ist mit dem 80 Meter langen Schiff zehn Tage und 16 Stunden am Tag von Nürnberg aus auf verschiedenen Flüssen und Kanälen unterwegs gewesen.

Windstärke zwei bis drei herrscht am Mittwochvormittag im Hafengebiet. „Dieser Wind ist kein Problem. Bei mehr als vier Windstärken müssen wir passen“, erklärt Wulf Ehrenberg. Der Projektleiter der Autokranfirma aus Hamburg ist die Ruhe selbst. „Schnell kann es in unserem Job tödlich sein, wenn Masse selbständig in Bewegung gerät. Dann können wir den Trafo nicht mehr halten.“

Ein Raupenkran mit einer maximalen Hublast von 400 Tonnen, extra für die Verladung angeheuert, benötigt im Laufe des Vormittags mit Unterbrechungen eine Stunde, bis der Trafo zwischen den Trägern der Kesselbrücke gelandet ist. Das Teil war zu schwer für die beiden Hafenkräne, sie können  sind im Tandembetrieb nur 250 Tonnen heben.

Der Schwertransport zum Tennet-Gelände in Schacht-Audorf ist für die Nacht zu diesem Donnerstag vorgesehen. Für Christian Lahm soll es ab 20 Uhr mit Polizeibegleitung aufregend werden. Dann will der technische Leiter eines Unternehmens für Schwertransporte aus Zweibrücken in Rheinland-Pfalz zusammen mit fünf Kollegen mit dem Transport des Trafos zum Umspannwerk beginnen. Der  75 Meter lange  Schwerlasttransporter ist mit insgesamt 24 Achsen und 192 Reifen ausgestattet. „Damit erreichen wir eine optimale Lastenverteilung auf die Straße.“

Bis zu drei Stunden hat Lahm für die vier Kilometer lange Strecke mit der Zug- und Schubmaschine, jeweils mit einem 680 PS starken Motor ausgestattet, eingeplant. „Ich bin schon 18 Jahre dabei, aber ich gehe mit Respekt an die Aufgabe heran.“ Drei Knackpunkte sieht Lahm auf der Fahrt durch Osterrönfeld: den Kreisel an der Bahnhofstraße, die Abzweigung Bahnhofstraße/Schäferkatenweg und die Auffahrt auf das Gelände des Umspannwerkes. „Da kann man im Vorwege noch so viel ausbaldowern, letztendlich holt die Realität die Theorie ein.“ 

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