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Rendsburg Eindeutiges Ja zum Hotelturm
Lokales Rendsburg Eindeutiges Ja zum Hotelturm
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13:24 28.06.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
So soll das künftige Hafenquartier an der Obereider in Rendsburg aussehen. Quelle: DREIDESIGN
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Rendsburg

Stefan Blau, ein Investor aus Bayern, will das Obereidergebiet bebauen, unter anderem mit einem elfstöckigen, knapp 42 hohen Hotel. Das Vorhaben ist umstritten, weil es den Blick vom gegenüberliegenden Obereiderufer auf die Altstadt mit der etwa gleich hohen Marienkirche verändert. 

"Mindestens elf Stockwerke nötig"

Seit einem Jahr ist der elfstöckige Hotelturm im Gespräch, sagt Stadtsprecherin Dörte Riemer. Er gehöre zu den Ergebnissen eines Architektenwettbewerbs, den Investor Blau veranstaltet habe. Zuvor sei ein sieben- bis achtstöckiges Hotel im Gespräch gewesen.

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Nach Angaben des Rendsburger Bauamtsleiters Frank Thomsen sind elf Stockwerke die wirtschaftliche Mindesthöhe, ansonsten sei das Hotelprojekt zumindest gefährdet.

Schaffner (Grüne): Kann nicht zustimmen

Dem Druck gab die Ratsversammlung nach und beschloss den geänderten Bebauungsplan. Nicht ohne Widerworte. Klaus Schaffner, Fraktionschef der Grünen: "Der 42 Meter hohe Hotelturm ist so hoch wie die Marienkirche. Ich kann dieser Sache nicht zustimmen."

Mit der Haltung stand Schaffner in seiner Fraktion alleine da. Weitere Gegenstimmen kamen von Fritjof Wilken (FDP), Bernd Ravens (SSW) und den beiden Linken.

Denkmalbehörde: Blick auf Marienkirche gestört

Bedenken kamen auch vom Landesamt für Denkmalpflege: Die Marienkirche präge "das historische Stadtbild in besonderem Maße". Das Hotel mit seinen Nebengebäuden solle "nun das Gegenstück zu dem historisch bedeutsamen kirchlichen Bau und seiner wertvollen Umgebung bilden".

Die "Störung wichtiger Sichtachsen zu der Kirche" und die "Konkurrenz" der beiden Gebäude sei "mit Bedenken zu sehen". Diese stelle die Behörde aber zurück, weil die Stadt jetzt nach vielen Jahren erstmals "ein planerisch und baulich umsetzbares Konzept" für die Fläche zwischen Bahndamm und Obereider habe.

Millionen an der Obereider investiert

Das Obereidergebiet ist das größte Neubauprojekt der Stadt seit mehreren Jahrzehnten. Jahrelang suchte Rendsburg nach einem Investor, bis Stefan Blau vor vier Jahren kam.

Eine zweistellige Millionensummen steckte die Stadt mit Hilfe von Bund und Land in das ehemalige Gewerbegebiet, ließ ein Parkhaus abreißen, den Bahndamm verschieben und eine großzügige Uferpromenade anlegen. Bisher ist der Streifen zwischen Obereider und Bahnlinie nicht mehr als eine Wiese für Bratwurstbude mit Sandstrand, Hunde und Jahrmärkte.

"Nur ein Vorvertrag für Obereidergebiet"

Vor einem Jahr schloss die Stadt einen Kaufvertrag mit  Blau. Es handele sich um einen Vorvertrag, schränkte jetzt Bürgermeister Pierre Gilgenast ein. Geld sei noch nicht geflossen. Blau könne auch vom Vertrag zurücktreten.

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Beate König 28.06.2019
Sorka Eixmann 28.06.2019
Hans-Jürgen Jensen 28.06.2019
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