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Rendsburg SPD: Büste ohne Gutachten entfernen
Lokales Rendsburg SPD: Büste ohne Gutachten entfernen
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09:39 18.04.2019
Von Wolfgang Mahnkopf
Diese Büste des früheren Bürgermeisters Heinrich de Haan steht in Rendsburg vor dem Histischen Rathaus. Quelle: Wolfgang Mahnkopf
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Rendsburg

Die umstrittene Büste von Heinrich de Haan, Rendsburgs Bürgermeister von 1929 bis 1934 und von 1950 bis zu seinem Tod im Jahr 1957, steht seit zehn Jahren vor dem Historischen Rathaus auf dem Altstädter Markt.

Sie soll entfernt und den Spendern, der Familie de Haan, zurückgegeben werden: So will es die SPD-Rathausfraktion, teilte deren Vorsitzender René Sartorius mit. Sie schließt sich damit einer Forderung des langjährigen Landtagsabgeordneten Günter Neugebauer an. Auch Bürgermeister Pierre Gilgenast forderte den schnellen Abbau.

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Acht zu drei Stimmen

Die Rendsburger Sozialdemokraten haben nach Angaben von Sartorius in einer Fraktionssitzung am Dienstagabend mit acht zu drei Stimmen beschlossen, den Abbau der Büste im städtischen Kulturausschuss am 24. April zu beantragen - und zwar ohne vorheriges Gutachten.

Damit ist der ursprüngliche Antrag von SPD-Ratfrau Saskia Bruhn vom Tisch. Die stellvertretende Vorsitzende des Kulturausschusses wollte  mit Unterstützung des SPD-Parteivorstandes die politische Rolle des Bürgermeisters Heinrich de Haan von einem Historiker in einem Gutachten untersuchen lassen. Neugebauer bezeichnete den Vorstoß als Affront.

"Angepasster Nazi und überzeugter Antisemit"

Hintergrund der Diskussion ist das im November 2018 von Günter Neugebauer veröffentlichte Buch über Opfer und Täter in Rendsburgs NS-Zeit. De Haan galt bis dahin in der Öffentlichkeit als unbescholten. In dem Buch beschreibt der ehemalige, langjährige SPD-Landtagsabgeordnete den ehemaligen Bürgermeister aber als angepassten Nazi und überzeugten Antisemiten.

"Neugebauer war gewissenhaft"

Ein Gutachten würde zu keinen abweichenden Erkenntnissen kommen, meint der SPD-Fraktionsvorsitzende Sartorius überzeugt. "Ich bin der Auffassung, dass Neugebauer gewissenhaft recherchiert hat. Es gibt keinen Hinweis von Historikern, dass der Autor irgendwelchen Fehler gemacht hat."

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