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Rendsburg Darum staut es sich schon wieder auf der Rader Hochbrücke
Lokales Rendsburg Darum staut es sich schon wieder auf der Rader Hochbrücke
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16:26 10.09.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Die Reparatur der Fahrbahn bedeutet viel Handarbeit für Kiwamoudine Adrika (vorne) und  Werner Mohr. Quelle: Hans-Jürgen Jensen
Rendsburg

Es sei der normale Verschleiß einer altersschwachen Brücke, sagt Christoph Köster, zuständiger Geschäftsbereichsleiter beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr: "Bis zum Jahr 2026 wollen wir die Brücke noch am Leben halten. Im Zweifelsfall auch länger, wenn es Probleme beim Planfeststellungsverfahren gibt."

Neubau der Rader Hochbrücke ab 2013

Das Planfeststellungsverfahren betrifft den Neubau der Rader Hochbrücke. Die Arbeiten sollen 2023 beginnen. Der Neubau über den Nord-Ostsee-Kanal ist als Zwillingsbrücke geplant. 2026 soll der erste Streifen fertig sein und den gesamten Verkehr aufnehmen, während der Abbruch der alten Brücke beginnen soll. 2029 soll die neue Rader Hochbrücke fertig sein - sechsspurig statt bisher vierspurig.

Tatsächlich kann es im Planfeststellungsverfahren zu Verzögerungen kommen. Es gibt nach Angaben des Wirtschaftsministeriums 235 Einwendungen, darunter 37 Stellungnahmen von Naturschutzverbänden und Behörden.

Anwalt vertritt vier Gemeinden

Und: Die vier Südanrainer der Hochbrücke - Ostenfeld, Rade, Schacht-Audorf und Schülldorf - haben einen Fachanwalt engagiert, um mehr Lärmschutz durchzusetzen, sagt Rades Bürgermeister Hans Stephan Lütje. Es gehe um Flüsterasphalt und höhere Wände. "Wir fordern die neuste Technik."

Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr lässt die Fahrbahn auf der Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal reparieren.

Eskaliert ist die Lage noch nicht. "Wir drohen noch nicht mit einer Klage", erklärt Lütje. "Noch gibt es konstruktive Gespräche. Der Gesprächsfaden ist nicht abgerissen. Ich hoffe auf gutes Einvernehmen." Die Gemeinden seien "optimistisch, dass der Bund nachbessert". Ihr Gesprächspartner ist die staatliche Deges, die für Planung und Bau der neuen Brücke zuständig ist.

Rader Hochbrücke leidet unter Lkw-Verkehr

Derweil versucht der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr die 1972 eingeweihte Brücke zu erhalten, so lange es geht. "Der Lkw-Verkehr bringt die größten Lasten", sagt Geschäftsbereichsleiter Christoph Köster. während an diesem Dienstag wie an einer Schnur aufgereiht Laster in Richtung Norden rollen und die Metallbrücke zum Schwingen bringen.

Die Rader Hochbrücke wurde 1972 zu den Olympischen Spielen in Deutschland eingeweiht. Im Zuge der Autobahn A7 überquert sie bei Rendsburg den Nord-Ostsee-Kanal. Sie ist knapp eineinhalb Kilometer lang und hat eine lichte Höhe von 42 Metern. Zu Pfingsten und zur Hauptreisezeit im Sommer rollen an Spitzentagen mehr als 100.000 Fahrzeuge über die Brücke. Übers ganze Jahr gemessen waren es 2018 durchschnittlich 53.320 Fahrzeuge am Tag, darunter 8.000 Lkw.

Reparaturen auf der Rader Hochbrücke alle zwei Jahre

Dass die erst vor zwei Jahren erneuerten rechten Spuren schon jetzt wieder repariert werden müssen, sei absehbar gewesen, erklärt Köster. Das sei 2017 die Prognose der Statiker gewesen. "Das ist der normale Verschleiß einer alten Brücke." Seine Behörde verfolge hier ein "präventives Konzept, damit die Schäden nicht größer werden", sagt der Straßenbauspezialist des Landesbetriebs. Voraussichtlich im Abstand von zwei Jahren seien bis zum Abriss der Rader Hochbrücke weitere Reparaturen und Sanierungen der Fahrbahn nötig, kündigt Köster an.

Dreieinhalb Zentimeter tiefe Löcher auf der Hochbrücke

Die Behörde hat die neuen Risse und Asphaltausbrüche im April 2019 entdeckt, sagt ihre Sprecherin Cathrin Bornholdt. Sie gehen nach ihren Worten bis zu dreieinhalb Zentimeter tief in die Asphaltdecke. Insgesamt seien rund 150 Quadratmeter auf den beiden rechten Streifen in Richtung Norden und Süden zu reparieren. Die beiden Baustellen seien jeweils rund eineinhalb Kilometer lang.

Die Behörde rechnet mit Reparaturkosten von 43.000 Euro. Am Donnerstag, 12. September, sollen die Arbeiten fertig werden. Die Sanierung der Fahrbahn vor zwei Jahren kostete 520.000 Euro. Die Arbeiten dauerten mehr als zwei Wochen.

Bei regulären Sanierungsarbeiten entdeckten Spezialisten im Sommer 2013 massive Schäden in den Pfeilern. Die maroden Pfeiler bekamen Stützkragen aus Stahl. Die Brücke war während der Arbeiten  bis November 2013 für Lkw über 7,5 Tonnen gesperrt. Der Neubau der Hochbrücke soll 2023 beginnen, 2029 fertig sein und 275 Millionen Euro kosten. Für Planung und Bau ist die Bund-Länder-Gesellschaft Deges zuständig.

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