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Rendsburg Ein rostiger Hanno zieht an
Lokales Rendsburg Ein rostiger Hanno zieht an
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15:00 06.03.2016
Von Hans-Jürgen Jensen
Peter Stoltenberg aus Fiefbergen bei Laboe sucht nach einer Feder für die Druckpumpe der Heizlampe. Ohne das Teil kann er seinen Lanz nicht starten. Quelle: Hans-Jürgen Jensen
Rendsburg

Pitt Dorn aus Schönberg fand den Hanno vor drei Jahren in Niedersachsen in einer Scheune. Der von einem Ein-Zylinder-Motor des Flugzeugbauers Junkers angetriebene Schlepper war unter Stroh verborgen. Auf dem Dach nistete ein Uhu. Jetzt steht der Hanno in einer kleinen Halle bei der 20. Bulldog-Messe auf dem Deula-Gelände in Rendsburg-Süd, umringt von Schaulustigen. Dorn holt aus dem Führerhaus die Kurbel zum Starten. „Bei 20 Grad langt eine Umdrehung, und er ist da.“ In der Halle ist es zwar kühler. Aber nach einem Ruck rattert der Motor und der Gegenkolbenmotor saugt gierig den Diesel. 

Nebenan in der großen Deula-Halle reiht sich Stand an Stand. Hier finden die Freunde historischer Landtechnik Sitzkissen für ihre Schlepper, Mützen mit Emblemen alter Marken, Anstecknadeln, Schutzbleche für die mächtigen Räder, Auspuffkrümmer, Lampen, Schrauben, Federn, Typenschilder, Dichtungen, Schraubendreher und Schleifscheiben in vielen Größen. In Pulks schieben sich Menschen durch die breiten Gänge.

Tief beugt sich Peter Stoltenberg aus Fiefbergen bei Laboe über die grünen Klappkisten mit den Pappkartons an der Stirnseite der Halle. Eine Druckpumpe, die zur Heizlampe seines Lanz gehört, hat er in die Hand, und probiert immer wieder. Er sucht eine neue Feder. „Ich will mich auf die Saison vorbereiten.“ Ohne die Feder könne er den Lanz nicht starten. Ein paar Schritte weiter wühlt ein Rendsburger in einer Schachtel mit Federn. Der Mann hat keinen Oldtimer in der Garage aber einen Sohn, der Skateboard fährt. Eine Feder ist gebrochen. „Ich wusste, hier werde ich fündig“, triumphiert der Rendsburger.

Pitt Dorn, dem der alte Hanno gehört, ist Organisator der Messe und Gründer des Lanz-Bulldog-Club Holstein mit 1900 Mitgliedern. Die Stahlkraft der 1921 erstmals produzierten Maschine begründet der Schönberger so: „Die Faszination ist die Einfachheit der Konstruktion. Wenn man den Lanz pflegt, ist er fast unkaputtbar.“ Gerne blickt er auf die Anfänge zurück: „Dr. Fritz Huber, so heißt der Erfinder.“ Es war der erste mit Diesel betriebenen Traktor. Den Beinamen Bulldog bekam der Lanz-Schlepper wegen seines Glühkopfs. „Der sah aus wie eine Bulldogge.“ Kohlehändler in der Stadt nutzten den Lanz für Fuhren ebenso wie Gutbesitzer als Antrieb für Dreschmaschinen. In den 1950er Jahren verließ der letzte Lanz das Werk in Mannheim, und John Deere aus dem US-Bundesstaat Illinois übernahm das Unternehmen.

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