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Rendsburg Mehr Geld im ersten Lehrjahr
Lokales Rendsburg Mehr Geld im ersten Lehrjahr
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14:31 23.04.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Obermeister Jörg-Peter Böhrnsen (rechts) zeigt Narek Karapetyan (20) in der Tischlerwerkstatt, wie maßgefertigte Auslagebretter für eine Bäckerei fein geschliffen werden. Quelle: Beate König
Rendsburg

Denn den 44 in der Innung organisierten Tischlereien im Kreis Rendsburg-Eckernförde mangelt es an Lehrlingen. Neun Verträge haben sie inzwischen den Angaben zufolge für das kommende Ausbildungsjahr mit Jugendlichen abgeschlossen, fünf weitere stehen auf der Warteliste.

"Das ist nicht so brillant", findet Jörg-Peter Böhrnsen, der Innungs-Obermeister. Tatsächlich liegen die Erwartungen weit höher. 20 neue Lehrlinge zum Start am 1. Juli ins Ausbildungsjahr "wären schön, 25 wären toll", sagt Björn Schumann, der Studienrat unterrichtet am Berufsbildungszentrum angehende Tischler.

Kein BGJ mehr

Die Innung, die bisher unter anderem mit Weihnachtswettbewerben für den Beruf warb, zieht die Konsequenzen. Sie schafft das Berufsgrundbildungsjahr (BGJ) ab, in dem die Azubis zuletzt nur 110 Euro verdienten und vier Tage in der Woche in der Berufsschule waren aber nur einen Tag im Betrieb, kündigte sie am Dienstag an. Die Änderung gilt ab dem kommenden Lehrjahr.

Das wenige Geld "entpuppte sich über die Jahre als Nachteil für Azubis, die unabhängig von den Eltern sein wollten", sagt Obermeister Böhrnsen. Dazu kommt: Die Aussicht auf ein weiteres Jahr in der Schule schreckt ab.

820 Euro im dritten Lehrjahr

"Ich hatte 15- und 16-Jährige, die sich bei mir vorstellten, die hatten aber keine Lust mehr auf Schule", berichtet Michael Rathje, Inhaber einer Tischlerei in Wattenbek. "Die haben sich freundlich verabschiedet."

Künftig sind die angehenden Tischler bis auf Unterrichtsblöcke im Berufsbildungszentrum und Lehrgänge in den überbetrieblichen Werkstätten fünf Tage in der Woche in ihrem Ausbildungsbetrieb. Und sie bekommen je nach Lehrjahr 620, 730 und 820 Euro im Monat.

"Wir hoffen nun auf höheren Zuspruch", erklärt Obermeister Böhrnsen. "Wir hoffen auch, schulmüde Jugendliche zu gewinnen. Wir müssen uns schließlich auch über den Fachkräftemangel Gedanken machen."

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