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Rendsburg Wie autofrei soll der Paradeplatz sein?
Lokales Rendsburg Wie autofrei soll der Paradeplatz sein?
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15:06 27.09.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Der Paradeplatz ist Mittelpunkt des Rendsburger Stadtteils Neuwerk. Vor gut 25 Jahren war Umbau nach historischen Vorbildern fertig. Quelle: Hans-Jürgen Jensen
Rendsburg

Die Meinungen gehen auseinander. Am deutlichsten für eine Lockerung spricht sich Dirk Albers, Inhaber eines Schreibwarenladens in der Königstraße, aus. Er hat klare Vorstellungen: "Wir wünschen, dass ständig ein Drittel des Paradeplatzes geöffnet ist. Wir haben einfach zu wenige Parkplätze in Neuwerk. Wir müssen unseren Kunden permanent erklären, warum der Paradeplatz nicht offen ist." Schon vor Jahren forderten Geschäftsleute mehr Parkplätze auf dem Paradeplatz.

SPD fordert Verkehrwende

Die Gegenposition vertritt René Sartorius. Eine Wende in der Verkehrspolitik forderte der SPD-Fraktionsvorsitzende am Donnerstagabend in der Ratsversammung. Es gebe kein Parkplatzproblem. Eher zu viele Autos in der Stadt. Besser wäre daher ein Park + Ride-Parkplatz auf der anderen Seite des Nord-Ostsee-Kanals mit einem Buspendel-Verkehr in die Stadt. Das sei ein Beitrag zum Klimaschutz, sagte Sartorius dieser Zeitung. "Wir wollen nicht noch mehr Autos in der Stadt."

Seit Jahren gibt es einen Beschluss der Ratsversammlung, wonach Teile des Paradeplatzes nur bei Großveranstaltungen in der benachbarten Christkirche oder im nahe gelegenen Kulturzentrum geöffnet werden dürfen - etwa bei Konzerten, Empfängen und Parteitagen. Das müsse restriktiv umgesetzt werden, fordert Sartorius.

CDU will einfache Parkplatz-Regel für den Paradeplatz

Zwischen den Postionen von Albers und Sartorius argumentiert Anja Ilgenstein, die CDU-Fraktionsvorsitzende. Teile des Paradeplatzes sollten "nach Augenmaß" für parkende Autos offen sein, findet die Politikerin. "Auch wenn keine Veranstaltungen sind."

Eine "unkomplizierte Regelung" sei vonnöten. Die von Albers behauptete Parkplatznot in Neuwerk, sieht die CDU-Politikerin allerdings nicht. "Ich finde immer einen Parkplatz in der Königstraße." Von einem Parkplatz auf der gesamten Fläche hält die CDU-Politikerin nichts. "Dann müssten wir ihn komplett umbauen."

"Paradeplatz ist tagelang für Autos geöffnet"

Schon jetzt parken immer wieder Autos auf dem Paradeplatz. "Immer wieder sind Flächen auf dem Paradeplatz tagelang geöffnet", klagt der Ratsherr Klaus Schaffner (Grüne). "Die Beschlusslage der Ratsversamlung lautet aber: Nur bei Großveranstaltungen dürfen Teilflächen geöffnet werden. Ich fordere den Bürgermeister auf, sich an die Beschlusslage zu halten."

Drei abschließbare Zugänge gibt es für Autos zum Paradeplatz. Ein Eingang ist seit einem Monat offen, weil Absperrstangen kaputt sind, sagt Dörte Riemer, die Pressesprecherin des Rathauses. Die Stadt lasse den Schaden jetzt unverzüglich reparieren. Der Umwelt- und Technikhof habe den Auftrag erhalten.

Für die beiden anderen Sperren sind die Hausmeister der Christkirche und der Volkshochschule zuständig. "Wir halten uns an die Regelung", versicherte VHS-Leiter Rainer Nordmann. "Es sei denn, die Stadt wünscht eine Öffnung." Für den Eindruck, der Paradeplatz sei ständig für parkenden Autos geöffent, hat Nordmann eine Erklärung: "Es gibt fast täglich Veranstaltungen."

Rendsburg bekam Bundes-Preis für Paradeplatz

Vor mehr als 25 Jahren ließ die Stadt Rendsburg den Paradeplatz nach historischem Vorbild umbauen. Seitdem zerteilt die Königstraße nicht mehr die rund 12.000 Quadratmeter große Fläche, die davor in mehrere Parkplätze unterteilt war. Die Stadt bekam dafür einen Preis des damaligen Bundes-Bauministers Klaus Töpfer (CDU).

Der Umbau des Paradeplatzes gehörte zur Sanierung des ihn umgebenden Neuwerks mit Städtebauförderungsmitteln von Bund und Land. Zu den Bedingungen gehörte, dass nur noch ein Teil des Platzes für parkende Autos zur Verfügung steht - und zwar ausschließlich bei Großveranstaltungen. Bei einem Verstoß hätte die Stadt drei Millionen Euro an Zuschüssen zurückzahlen müssen.

Die Zukunft des Paradeplatzes entscheidet die Ratsversammlung

Mit einer solchen Strafzahlung "ist nicht mehr zu rechnen", erklärt Günter Dahl, Fachdienstleiter für Stadtentwicklung im Rathaus. "Wir sind nicht mehr gezwungen, die sanierungsrechtlichen Zweckbindungsbestimmungen einzuhalten." 25 Jahre nach dem Umbau war die Bindung Ende 2018 weggefallen. Die Stadt Rendsburg dürfte den Paradeplatz oder Teilen von ihm zu einem Parkpaltz umbauen werden, sagt Dahl.

Das zu entscheiden, wäre Sache der Ratsversammlung. Diese hat die Diskussion über die Zukunft des Paradeplatzes und die künftige Verkehrspolitik am Donnerstagabend in den Bauausschuss weitergeleitet.

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