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Rendsburg Wie Politiker den Verfall stoppen wollen
Lokales Rendsburg Wie Politiker den Verfall stoppen wollen
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10:08 12.04.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Nicht mehr zu retten waren zwei 400 und 300 Jahre alte Häuser in der Schleifmühlenstraße. Quelle: Wolfgang Mahnkopf
Rendsburg

Die Altstadt zwischen Schiffbrückenplatz und Am Holstentor ist seit 2014 Sanierungsgebiet. Trotzdem verfallen historische Häuser. Im Stegen und in der Schleifmühlenstraße lassen Besitzer baufällige Gebäude abreißen. Staatliches Geld für Sanierung von Häusern wäre da. Bisher hätten Eigentümer aber nichts beantragt, sagt das Bauamt. Die Formulare seien offenbar zu umständlich.

Idee aus dem Rathaus: Die Stadt kauft Altbauten, saniert sie und verkauft sie wieder. Diese Zeitung bat Spitzenpolitiker der Ratsversammlung um Stellungnahmen.

"Sanierung zu bürokratisch"

Nein, sagen Anja Ilgenstein (CDU), Fritjof Wilken (FDP), Armin Rösener (Grüne) und Leon Weber (Die Linke), das Sanierungsgebiet sei nicht gescheitert. "Aber der Funke springt nicht auf den Privatbereich über, weil die Städtebauförderung inzwischen zu bürokratisch, intransparent, langsam und praxisfremd ist", findet Anja Ilgenstein.

Hausbesitzer bräuchten mehr Unterstützung beim Ausfüllen der Anträge, sagen Politiker. Dafür benötige die Verwaltung mehr Personal, meint René Sartorius (SPD). "Hier kann man auch über einen ehrenamtlichen Unterstützer nachdenken." Anja Ilgenstein kritisiert: "Die zuständigen Verwaltungseinheiten" träten "sehr häufig" als "Erschwerer und Verhinderer" auf. "Wir brauchen eine Ermöglichungskultur." Das sieht auch Fritjof Wilken so. Die Stadtverwaltung müsse "offensiver auf die Immobilienbesitzer zugehen und diese informieren".

"Es muss wehtun"

"Die Stadt muss bloß in Zukunft härter durchgreifen, um unsere historische Altstadt zu bewahren", erklärt Leon Weber. Da liegt der Linken-Fraktionschef fast auf Linie mit der CDU-Fraktionsvorsitzenden. Anja Ilgenstein will "Eigentümer, die ihr Eigentum verfaulen und verfallen lassen, hart anfassen". Es müsse "wehtun, seine Immobilie in RD verfallen zu lassen". Leon Weber geht weiter: Zur Not "Leerstandssteuer oder sogar Enteignung".

Der SSW hatte ein Konzept: Die Stadt sollte selbst für den Erhalt eines historischen Hauses in der Schleifmühlenstraße sorgen "in Kombination mit einem Konzept für einen Investor", sagt sein Fraktionschef Andreas Vollstedt. "Das Konzept sah vor, die alte Wegeverbindung zwischen Altstädter Markt und Stegegraben wieder zu aktivieren".

SSW fordert Erhalt aller historischer Häuser

Es wäre offenbar zu teuer geworden, der Besitzer lässt das Haus nun abreißen. Vollstedt: "Die massive Verschuldung der Stadt verhindert hier ein direktes Engagement." Der Politiker fordert gleichzeitig "den Erhalt aller noch historischer Bebauung" und sagt: "Die Stadt sollte eingreifen und selber Häuser kaufen." Die Mittel dafür seien aber begrenzt.

SPD will Erhaltungssatzung

SPD-Fraktionschef René Sartorius kann sich vorstellen, "erhaltungswürdige Gebäude aufzukaufen, zu sanieren und damit Wohnraum oder öffentliche Einrichtungen zu schaffen". Seine Partei fordere eine Erhaltungssatzung. Diese „Schafft die gesetzliche Grundlage und nimmt die Hauseigentümer in die Pflicht, die historischen Merkmale zu erhalten".

Leon Weber (Linke): Die Stadt sollte "Grundstücke besitzen, um den Wohnungsmarkt vor Ort regulieren zu können und so vor ansteigenden Mietpreisen und mangelndem Wohnraum zu schützen" Armin Rösener (Grüne) zum Kauf von Häusern: "Bei einem Schuldenstand von rund 60 Millionen Euro ist dies zurzeit finanziell nicht zu leisten". Anja Ilgenstein (CDU): "Der Aufkauf von Schandflecken sollte zwar vorgenommen werden, aber die Sanierung oder Neubebauung dann neuen Eigentümern überlassen werden."

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