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Rendsburg Rolli lobt Nordart
Lokales Rendsburg Rolli lobt Nordart
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15:15 01.08.2014
Von Veronika Sawicki
Axel Hennecke, Behindertenbeauftragter der Stadt Rendsburg und der Stadt Büdelsdorf, sowie Künstlerin Inga Aru, Marketing-Koordinatorin der Nordart, untersuchten zusammen das Gelände der Kunstausstellung auf Barrierefreiheit. Quelle: Sawicki
Büdelsdorf

Zunächst stellen sich Besucher mit Handicap die Frage, wo sie das Auto lassen können: Neben gewöhnlichen Parkplätzen stehen rund zehn Behindertenparkplätze direkt vor und neben dem Eingang der Nordart zur Verfügung. Die Symbole auf dem Boden sieht aber nur, wer direkt davor steht: „Ich habe das nicht sofort gesehen“, gibt Axel Hennecke, Behindertenbeauftragter für die Stadt Rendsburg und die Nachbarstadt Büdelsdorf, zu bedenken. Inga Aru, Künstlerin und Marketing-Koordinatorin der Nordart, hat hierfür eine Lösung: An der Informationstafel beim Kassenhäuschen sollen künftig Hinweise angebracht werden, um Besucher zu lotsen.

In der Ausstellung angekommen, führen die Wege durch die alte Fabrikhalle über einen ebenen Steinboden, den Rollstuhlfahrer problemlos befahren können. Ein Teil ist aber mit Kiesel aufgeschüttet – wegen Unebenheiten und hervorstehenden Metallteilen aus alten Zeiten, erläutert Inga Aru. Die Verletzungsgefahr sollte minimiert werden. Axel Hennecke testet die Beschaffenheit des Kiesels mit seinem Rollstuhl. „Im Elektrobetrieb und auch manuell geht das eigentlich ganz gut.“ Wer nicht zurecht komme, könne jederzeit einen Helfer ansprechen, betont Inga Aru.

Generell stelle der Besuch der Nordart im Rollstuhl kein Problem dar, findet Hennecke. Die Türen seien breit genug, der Boden sei drinnen und draußen gut befahrbar und auch an Behinderten-Toiletten sei gedacht. An der einen oder anderen Ecke seien zwar kleinere Schwellen zu überwinden, aber meist führe nicht nur ein Weg zum Ziel. Besonders gut gefallen Hennecke Rampen, die den Weg zu einigen Kunstwerken erleichtern: „Die haben eine Steigung von zwei bis drei Prozent." Maximal sechs Prozent sind empfohlen.

Einzig die erste Ebene in Halle 1 mit einigen Kunstwerken ist für Menschen mit Gehbehinderungen unerreichbar. „So ein Fahrstuhl kostet um die 60000 Euro. Das ist bestimmt nicht darstellbar“, sagt der 51-Jährige.

Insgesamt sind aber mindestens 80 Prozent der Ausstellung für Rollstuhlfahrer zugänglich, erläutert Inga Aru. „Das ist ein Balanceakt. Wir wollen den Industriecharme der Hallen bewahren, aber auch allen einen Zugang ermöglichen.“ Deshalb sei sie für Tipps dankbar, denn die Ausstellung wachse von Jahr zu Jahr.

Axel Hennecke zieht ein Fazit: „Ich bin positiv überrascht, dass alles so gut zugänglich ist.“ Kunst und Barrierefreiheit spielen auf der Nordart gut zusammen, findet der Behindertenbeauftragte.

Bis zum 6. Oktober können sich Interessierte selbst davon überzeugen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 11 bis 19 Uhr.