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Rendsburg Marineinstitut nimmt langsam Abschied
Lokales Rendsburg Marineinstitut nimmt langsam Abschied
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08:00 28.12.2019
Von Florian Sötje
Kapitänleutnant Carl Graue ist der Technische Leiter der Druckkammeranlage in Kronshagen. Quelle: Florian Sötje
Kronshagen

Im Zuge des Umbaus und der Modernisierung des Bundeswehrkrankenhauses in Hamburg entsteht dort für mehrere hundert Millionen Euro ein medizinischer Campus. Dieser wird die neue Heimat des Schifffahrtsmedizinischen Instituts der Marine - nach mehr als 60 Jahren in Kronshagen. "Wir sind eine eigene kleine Dienststelle mit ganz vielen Aufgaben, einmalig in Deutschland, und haben hier sehr gerne gearbeitet", sagt Flottenarzt Dr. Dirk Möllmann, Leiter des Instituts.

Anschluss an Bundeswehrkrankenhaus in Kronshagen seit 1997 nicht gegeben

Der neue Standort habe natürlich seine Vorteile, ergänzt Möllmann. Der Neubau bietet moderne Arbeitsbedingungen und das eigenständige Institut hat wieder die direkte Anbindung an ein Bundeswehrkrankenhaus. Dies war seit 1997 nach der Schließung in Kronshagen nicht mehr gegeben. "Logistisch macht der Schritt nach Hamburg Sinn", sagt Möllmann.

Druckkammeranlage kommt bei zivilen Notfällen zum Einsatz

Dies leuchtet ein, wenn man die vielfältigen Aufgaben des Instituts, das zum Sanitätsdienst der Marine gehört, betrachtet. 84 Menschen, darunter 63 Soldaten und 21 Zivilisten vom Arzt über den Wissenschaftler bis zur Krankenschwester, arbeiten hier. Herzstück ist die Druckkammeranlage Hydra 2000. Unter dem Dach der Abteilung Tauch- und Überdruckmedizin werden hier Taucher, Kampfschwimmer und das U-Boot-Personal auf ihre Tauglichkeit geprüft. Vor allem ist die Druckkammeranlage aber für intensivmedizinische Notfälle gedacht, die vor allem Zivilisten betreffen.

Komplex ist innerhalb von 40 Minuten einsatzbereit

So können zum Beispiel Patienten mit der Druckfallkrankheit, die entsteht wenn man nach einem Tauchgang zu schnell wieder auftaucht, oder mit einer Kohlenmonoxidvergiftung rund um die Uhr behandelt werden. Bei letzterem Krankheitsbild wird das Kohlenmonoxid durch den hohen Druck in der Kammer quasi aus dem Blut heraus gewaschen. Auf den Ernstfall sind Kapitänleutnant Carl Graue, Technischer Leiter der Anlage, und sein Team stets vorbereitet. Innerhalb von 40 Minuten sei der Komplex einsatzbereit, sagt Graue.

Ein System, das es nur dreimal auf der Welt gibt

Zu dem System gehört auch ein großer Tank, gefüllt mit mehreren zehntausend Liter Wasser. Dieser kann unter Druck gesetzt werden, um Tauchgänge zu simulieren. "Somit müssen die Taucher nicht in der Ostsee 30 Meter in die Tiefe tauchen. Dieses System gibt es so nur dreimal auf der Welt", sagt Flottenarzt Möllmann.

Führend in Deutschland bei Erforschung der Seekrankheit

Eine Vorreiterrolle nimmt das Institut auch im Bereich der Forschung ein. Mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel bildet es die gemeinsame Sektion Maritime Medizin am Institut für Experimentelle Medizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. Die Erforschung der Seekrankheit nimmt eine zentrale Rolle ein, die Müdigkeitsforschung ist ein weiterer Aspekt. „Es geht darum, die Arbeitsfähigkeit bei der Seefahrt bestmöglich zu erhalten“, erklärt Flottenarzt Möllmann.

Maritimisierung des medizinischen Personals

Damit dies gewährleistet ist, wird am Institut auch das entsprechende Personal ausgebildet. Denn auf dem Wasser sind die Arbeitsbedingungen für die Mediziner andere als an Land. Röntgen, OP-Assistenz oder Telemedizin – auf See muss alles gemacht werden. „Wir brauchen den gut und breit ausgebildeten Allrounder“, sagt Möllmann.

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