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Rendsburg Anwohner kauft 2000 Euro-Tempomessgerät
Lokales Rendsburg Anwohner kauft 2000 Euro-Tempomessgerät
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16:39 22.09.2019
Von Sven Tietgen
Anwohner Carsten Hepp hat das Tempomessgerät aus eigener Tasche bezahlt. Quelle: Sven Tietgen
Schönbek

Die Dorfstraße ist das Einfallstor nach Schönbek, schnurgerade zieht sie sich vom Dorfeingang aus Richtung Dätgen bis ins Zentrum mit der Alten Schule und dem Spielplatz.

Die Dorfstraße wird nach den Beobachtungen vieler Dorfbewohner als Rennstrecke benutzt, auffallend viele Fahrzeuge mit Neumünsteraner Kennzeichen düsen mit überhöhter Geschwindigkeit hindurch – erlaubt ist nur Tempo 30. Die Strecke wird von den Schwalestädtern als Abkürzung von der A7-Anschlussstelle Dätgen genutzt, erzählten die Dorfbewohner beim Aufbau des Tempomessgeräts am Wochenende.

Mit Tempo 90 durch Schönbek

Carsten Hepp wollte sich die Raserei nicht mehr länger mit ansehen. „Meine Kinder sind zwar schon groß, aber für die vielen kleineren Kinder im Dorf ist es richtig gefährlich, die gucken nicht auf die Straße, wenn sie von dene Grundstücksauffahrten runterkommen“, erklärte der 48-jährige Anwohner.

Teilweise mit 80 bis 90 Stundenkilometer würden die Autos die Dorfstraße entlang brausen, erzählte der Inhaber eines Baugeschäfts. Deshalb hat der Unternehmer die 2000 Euro für das Tempomessgerät bezahlt.

Die Gemeindevertreter um Bürgermeister Dominik Zett sind froh über das Engagement von Carsten Hepp. „Das Gerät sorgt für ein Stück Sicherheit“, sagte der Gemeindechef. Das 213 Einwohner zählende Dorf ist finanziell in Nöten, Hintergrund sind die rund 30 bis 40 Kinder in Schönbek.

Unfälle mit Verletzten in Rendsburg-Eckernförde

Die Gemeinde muss für sie erhebliche Mittel aufwenden, um Schul- und Kitakostenbeiträge zu zahlen. Drastisch drückt es der erste stellvertretende Bürgermeister Norbert Schulz aus: „Der Haushalt ist die Hölle.“

Rechts vor links sorgt für kniffelige Situationen in Schönbek

Das Tempomessgerät wird so eingestellt, dass es bei Beachten des Tempolimits ein Smiley zeigt. Bei höheren Geschwindigkeiten ziehen sich die Mundwinkel nach unten, die Messungen sowie die Zeitpunkte werden gespeichert.

Das Gerät wird im Laufe der Zeit an verschiedenen Orten aufgestellt, gespannt sind die Dorfbewohner auf die Werte am Dorfplatz. Drei Straßen stoßen dort aufeinander, die rechts vor links-Regelung hat schon für mehrere kniffelige Situationen gesorgt. Zudem befindet sich dort der Spielplatz.

„Wir werden die Messungen nach ein bis zwei Jahren auswerten, dann könnte man über Maßnahmen nachdenken“, erklärte Dominik Zett.

Für Projektideen von Kommunen und auch Privatleuten bietet Birte Carstens-Hennings von der Aktivregion Mittelholstein breite Unterstützung an. Die Kasse ist noch gut gefüllt, eine Million Euro warten auf Empfänger, sagte die Regionalmanagerin im Amtsausschuss Bordesholm.

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