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Rendsburg Nach der Erleichterung geht Kampf weiter
Lokales Rendsburg Nach der Erleichterung geht Kampf weiter
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19:48 23.09.2019
Von Florian Sötje
Jörg Stoeckicht (von links), Beate Marxen und Stefan Marxen von der Bürgerinitiative gegen Atommüll in Schönwohld sind froh, dass das Tor der Deponie für AKW-Schutt geschlossen bleibt. Quelle: Florian Sötje
Schönwohld

Beim Abriss der drei schleswig-holsteinischen Atomkraftwerke Brunsbüttel, Krümmel und Brokdorf fallen etwa 30.000 bis 50.000 Tonnen Müll an, die auf Deponien im Land gebracht werden sollen. Seit der Entscheidung des Umweltministeriums, dafür die Standorte Niemark (Lübeck), Wiershop (bei Geesthacht), Johannistal (bei Heiligenhafen) und Harrislee (bei Flensburg) in die engere Auswahl zu nehmen, ist die Erleichterung in Schönwohld spürbar.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative freuen sich über die Entscheidung gegen den Standort Schönwohld, wollen ihren Kampf aber damit nicht beenden: „Richtig ist, dass wir als unmittelbar Betroffene natürlich erleichtert sind. Aber wir sind solidarisch mit den anderen Deponiestandorten und bieten weiterhin unsere Unterstützung an“, sagte Initiativen-Sprecher Stefan Marxen.

Initiative rechnete nicht mit Ausschluss von Schönwohld als Standort

Dass Schönwohld aus der engeren Auswahl für den AKW-Schutt herausfiel, hatte ihn zunächst überrascht. "Wir sind davon ausgegangen, dass wir dabei sind", sagte Marxen. Ende Juli war öffentlich geworden, dass die Prüfer beim Qualifizierungsverfahren besonders die Deponien der Klasse II im Visier haben - zu diesen zählt auch Schönwohld.

Warum zieht das Ministerium den Standort im Kieler Umland also doch nicht mehr in Betracht? Laut Joschka Toure, Sprecher des Umweltministeriums, liegt das hauptsächlich an zwei Gründen. Demnach reichen Restvolumen und bautechnische Gegebenheiten für eine Lagerung des sehr schwach radioaktiven Materials nicht aus.

So könne aufgrund der noch freien Deponie-Kapazität von 130.000 Kubikmeter, die Anlage hat insgesamt Platz für drei Millionen Kubikmeter Material, nicht mehr genug Abfall auf der Deponie angenommen werden. Die Strahlenschutzverordnung fordert hier eine Größenordnung von mehr als 10.000 Tonnen pro Jahr.

Mögliche Deponien für AKW-Abfall

Platzproblematik in Schönwohld war schon seit Jahren bekannt

In Schönwohld wundert man sich, dass die Platzproblematik nicht schon früher zum Ausschluss des Standorts geführt hat. So war bereits im Jahr 2015 nach einer Kleinen Anfrage des CDU-Abgeordneten Christian Magnussen an die damalige Landesregierung klar geworden, dass die Deponie mit einer Restkapazität von damals noch 300.000 Kubikmetern nicht mehr weit von einer Verfüllung entfernt ist.

„Da die jährlichen Ablagerungsmengen nicht genau vorhergesagt werden können, sollte die vergleichsweise geringe Restkapazität zunächst kein Ausschlussgrund sein“, erklärte Ministeriumssprecher Toure. Das Qualifizierungsverfahren habe nun aber ergeben, dass eine weitere Betrachtung der Deponie Schönwohld nicht zielführend sei. Zudem könnten aus bautechnischen Gründen bestimmte, gerade in der Anfangsphase des Rückbaus relevante Abfälle wie Dämmmaterialien, in Schönwohld nicht mehr angenommen werden.

Gesammelte Erfahrungen der Initiative sollen anderen Standorten helfen

Die Bürgerinitiative will mit den geknüpften Kontakte und dem gesammelten Wissen der vergangenen Jahre die übrig gebliebenen Standorte unterstützen. „Wir sind in ganz Schleswig-Holstein vernetzt, und wir kritisieren nach wie vor die Freimessung des AKW-Abfalls“, sagt Jörg Stoeckicht. Der Strahlungsgrenzwert von zehn Mikrosievert pro Jahr sei lange überholt. Das zeigten zahlreiche Studien, sagt Stoeckicht. Den Grenzwert kritisieren auch Umweltorganisationen wie der BUND.

In Schönwohld ist man sich sicher, dass neben den offiziellen Gründen auch der Widerstand im Ort zum Erfolg geführt hat. „Wir haben eine gute Dorfgemeinschaft und konnten von Anfang an das ganze Dorf für den Protest mobilisieren“, sagt Beate Marxen. Ohne diesen wäre der gesamte Prozess womöglich nicht so öffentlich diskutiert worden. „Wenn sich andernorts Widerstand formiert, sind wir offen dafür, unsere gesammelten Erfahrungen als Unterstützung weiterzugeben“, sagt Stefan Marxen. Das Thema Atommüll ist in Schönwohld also noch lange nicht zu den Akten gelegt.

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