Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Rendsburg Schüler klagen: "Wir arbeiten zu 85 Prozent analog"
Lokales Rendsburg Schüler klagen: "Wir arbeiten zu 85 Prozent analog"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:40 13.10.2019
Von Florian Sötje
Luise Höchstödter (17, von links), Hannes Hebestreit (18), Tom Brömel (17) und Tabea Koschinski (17) sind Schüler am Gymnasium Kronshagen und sprechen über ihre digitale Lernrealität. Quelle: Florian Sötje
Kronshagen

Luise Höchstödter (17), Hannes Hebestreit (18), Tom Brömel (17) und Tabea Koschinski (17) sind Schüler im 12. Jahrgang am Gymnasium Kronshagen. Sie sind in einer Klasse, in der der "BYOD-Ansatz" ("bring your own device") verfolgt wird. Die Schüler nutzen ihre eigenen Smartphones und Laptops im Unterricht.

Frage: Worauf greift ihr bei der Klausurvorbereitung zurück: Geschichtsbuch oder Youtube-Erklärvideo?

Hannes: Bei Fächern wie Geschichte greife ich eigentlich eher auf das Internet zu. Aber nicht auf Youtube-Videos, sondern auf zusammengefasste Texte. Youtube kommt eher in Mathe zum Einsatz, wenn einem Experten die Dinge genau erklären. Dabei kann man pausieren und in seinem eigenen Tempo lernen.

Tabea: Bei mir ist es tatsächlich relativ getrennt. Ich lese auch viel in Büchern nach, aber es ist schon sinnvoll, wenn man sich eine kurze Zusammenfassung bei Youtube anschauen kann. Manchmal recherchiert man neue Themen im Internet, aber zum Teil schreibe ich mir auch klassische Lernzettel aus dem Buch.

Wie sieht es denn im Unterricht aus?

Tom: Ich würde sagen, wir arbeiten zu 85 Prozent analog und 15 Prozent digital. Wir nutzen relativ selten unseren Laptop oder unser Handy.

Hannes: Wir nutzen aber Whiteboards, sofern sie funktionieren. Aber unsere eigenen Geräte seltener.

Luise: Ich finde, es kommt auch auf das Fach an, ob es sich wirklich lohnt. In Mathe hat man viele Mitschriften, die man über unser Schulprogramm hochladen kann. Dann hat jeder darauf Zugriff.

Über den Digitalpakt wird nun viel Geld in die Infrastruktur der Schulen gesteckt. Haltet ihr das für sinnvoll?

Hannes: Grundlegend ist das sinnvoll, aber man sollte auch die Lehrer ausbilden. Bevor man Milliarden von Euro in die Infrastruktur steckt, sollte man dafür sorgen, dass die Lehrer damit umgehen können. Wenn der Einsatz im Unterricht sinnvoll ist. Das ist er meiner Meinung nach nämlich nicht immer.

Tabea: Ich halte die Investition für sinnvoll. Ist das Whiteboard kaputt oder das WLAN funktioniert nicht richtig, müssen die Lehrer umplanen. Wenn an der Stelle investiert wird, kann der Unterricht auch strukturierter und flüssiger verlaufen.

Wie seht ihr die Behauptung, dass eure Generation im Vergleich mit vielen Lehrern im digitalen Bereich im Vorteil ist?

Hannes: Schwierige Frage. Ich würde in unserem Fall sagen, dass die Schüler grundsätzlich mehr Kompetenz haben als die Lehrer. Es gibt aber natürlich unterschiedliche Kompetenzen. Der eine Schüler kann mehr als der andere. Aber in unserer Klasse haben die Schwächeren dann von den Stärkeren profitiert. Anwendungen wie Word oder Power Point sitzen jetzt eigentlich bei allen.

Tabea: Aber natürlich gibt es auch Lehrer, die richtig in der Materie stecken, zum Beispiel unser Klassenlehrer Herr Westphal. Da können wir viel von ihm lernen, indem er uns Programme oder Apps vorstellt. Andere Lehrer beschäftigen sich mit dem Thema aber auch gar nicht.

Nutzt ihr denn häufig Apps zum Lernen?

Tom: Eigentlich selten. Die meisten sind ja auch kostenpflichtig.

Luise: Bei mir war es so, dass unsere Latein-Lehrerin uns eine App empfohlen hat, die nicht kostenpflichtig und auch richtig gut ist. Die benutze ich oft, wenn man mal ein paar Minuten zwischendurch Zeit hat, um Vokabeln zu lernen.

Tabea: Man muss eben nicht sein Buch überall mit hinschleppen.

Wären aus eurer Sicht dann nach den Investitionen in die Infrastruktur Investitionen in Software, um Zugang zu solchen Programmen zu bekommen, gut?

Hannes: Ja, aber nur dann, wenn geprüft wird, wie sinnvoll das ist. Da muss Fachkompetenz bei den Leuten vorhanden sein, die das entscheiden, damit nicht einfach Geld in Software gesteckt wird, weil das gerade hip ist.

Luise: Und die Frage wäre zudem, in welcher Form die Schüler die Software dann wirklich nutzen.

Ihr seid fast am Ende eurer Schullaufbahn. Fühlt ihr euch in digitaler Hinsicht gut auf den nächsten Lebensabschnitt vorbereitet?

Hannes: Bei mir persönlich war es jetzt nicht unbedingt so, weil ich mir privat schon vieles angeeignet habe. Aber durch den Austausch hier in der Schule und die unterschiedlichen Experten bei den Schülern denke ich schon, dass viele profitiert haben.

Tom: Mir hat die Vorbereitung in der Schule schon einiges gebracht. In der zehnten Klasse haben wir zum Beispiel über fast ein halbes Jahr ein großes Portfolio mit Power Point erstellt. Das hat mir viele Einblicke ermöglicht.

Tabea: Gerade im Vergleich mit anderen Schulen, die nicht diesen BYOD-Ansatz haben, haben wir meiner Meinung nach schon einen klaren Vorteil, weil wir die Geräte einfach häufiger benutzt haben.

Luise: Ich denke auch an das Studium, das wahrscheinlich für viele kommen wird. Dann sind wir beim Arbeiten mit Geräten und Programmen einfach schon routinierter.

Wenn nochmal ein Digitalpakt geschnürt werden würde und die Infrastruktur wäre bereits gegeben: Wie würdet ihr das Geld an der Schule verteilen?

Tabea: Hier in der Schule auf jeden Fall in die Computerräume, weil die Computer einfach sehr alt sind, und es zum Teil einfach keinen Spaß macht, damit zu arbeiten. Besonders, wenn man sonst seinen Laptop benutzt.

Hannes: Das sehe ich ganz anders. Ich würde die Computerräume eher aufgeben. Stattdessen könnte man bezuschussen, dass jeder ein eigenes Gerät hat.

Tom: Ich würde auch in Fortbildung der Lehrer investieren.

Luise: Eine Mischung aus beidem. Es sollte versucht werden, alle Klassen auszustatten, damit jeder die Möglichkeit hat, mit digitalen Geräten zu arbeiten. Und dann sollte man auch in die Fort- und Weiterbildung der Lehrer investieren.

Immer informiert: Lesen Sie alle Nachrichten aus Rendsburg.

Eine Ratte im Rendsburger Rathaus versetzte einer Raumpflegerin einen kleinen Schock. Sie entdeckte das Nagetier Anfang Oktober im Rendsburger Rathaus in einem der Toilettenräume. Neue Rattentrichter in den Abwasser-Fallrohren sollen weitere Besuche der unerwünschten Gäste verhindern.

Beate König 13.10.2019

Die Maisernte im Kreis Rendsburg-Eckernförde ist gut in diesem Jahr. Das Korn ist spät dran, aber qualitativ und mengenmäßig sehr zufriedenstellend. Nach dem vielen Regen der vergangenen Wochen laufen die Erntearbeiten derzeit auf Hochtouren. 60 Prozent stehen noch auf den Feldern und müssen runter.

Michael Görmann 28.10.2019

Der Duft frisch geriebener Äpfel lag am Rathaus in Bordesholm in der Luft, als Moster Joachim Henes seine mobile Saftpresse anwarf. Der Rotary Club Bordesholm hatte zum Apfelfest eingeladen, bei dem Saft, Prosecco, Kaffee und Kuchen zugunsten des Vereins Lebenshilfe verkauft wurden.

Beate König 12.10.2019