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Rendsburg Schwebefähre erst später Weltkulturerbe?
Lokales Rendsburg Schwebefähre erst später Weltkulturerbe?
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12:40 09.08.2012
Von Paul Wagner
Die Rendsburger Eisenbahnhochbrücke könnte frühestens 2017 den Status Weltkulturerbe bekommen. Quelle: Wagner
Rendsburg

Im kommenden Jahr werden Hochbrücke und Schwebefähre 100 Jahre alt. Seit 2008 haben Rendsburg und die Nachbargemeinde Osterrönfeld den Plan, ihr verbindendes Element unter den Schutz des Weltkulturerbe-Titels der UNESCO zu stellen. Jetzt hat die Kieler Landesregierung beschlossen, die Bewerbung der Schwebefähre an die Kultusministerkonferenz zu melden. „Die Kombination aus Eisenbahnhochbrücke und Schwebefähre, wie sie die Rendsburger Fähre aufweist, ist dabei einzigartig“, heißt es zur Begründung aus dem Kieler Kultusministerium.

 Die UNESCO-Aufnahmekriterien sind weit gefasst. Angemeldete Objekte sollten „ein Meisterwerk der menschlichen Schöpferkraft“ und „ein hervorragendes Beispiel eines ... architektonischen oder technologischen Ensembles ... darstellen, die einen oder mehrere bedeutsame Abschnitte in der Geschichte der Menschheit versinnbildlichen“, heißt es in den offiziellen Aufnahmekriterien.

 Für Martin Westphal, Leiter der Rendsburger Museen im Kulturzentrum, ist es keine Frage, dass Hochbrücke und Schwebefähre diese Kriterien erfüllen. „Nicht nur aus Rendsburger Sicht“ gehörten sie unter den Schutzstatus des Weltkulturerbes. Das Bauwerk habe bereits während seines Baus in den Jahren 1911 bis 1913 Maßstäbe gesetzt. „Brückenbauer aus ganz Europa kamen nach Rendsburg, um sich die Konstruktion vor Ort anzusehen“, sagt Westphal. Dies sei bis heute so.

 Der vollständige Antrag auf Aufnahme in die Welterbe-Liste umfasst die acht weltweit noch existierenden Schwebefähren in Deutschland, Großbritannien, Spanien, Frankreich und Argentinien, das beim Verfahren gegenüber der UNESCO federführend ist. Dieses Verfahren werde noch Jahre dauern, heißt es aus den Kultusministerium. Ziel sei die Aufnahme auf die Weltkulturerbe-Liste, die ab 2017 gilt.

 Im Unterschied zu den nationalen Vorschlägen der UNESCO-Mitgliedsstaaten sei der Verfahrensweg im Fall der Rendsburger Schwebefähre wegen der Zusammenarbeit mit anderen Ländern nicht an eine Aufnahme auf die sogenannte Tentativliste gebunden, erklärt Ministeriumssprecher Oliver Breuer. „Bei transnationalen, seriellen Anträgen wird dies nur nachrichtlich an die Kultusministerkonferenz weitergegeben.“ Dort soll sich ab Anfang kommenden Jahres eine Expertenkommission mit dem Antrag beschäftigen. Auf die Tagesordnung beim regelmäßigen Treffen der Minister aus allen 16 Bundesländern komme das Thema frühestens 2014.