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Rendsburg SPD gegen das "Millionärsparadies"
Lokales Rendsburg SPD gegen das "Millionärsparadies"
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13:46 01.07.2019
Von Sven Janssen
Auf dem Gelände der Gärtnerei Klemm (Foto), soll ein Seniorenpark entstehen. Die SPD ist dagegen. Quelle: Sven Janssen
Kronshagen

Auf der 2,51 Hektar großen Fläche von Klemms Gartenmarkt sollen 120 Wohneinheiten entstehen, bestückt mit geförderten und frei finanzierten Miet- und Eigentumswohnungen. Teil des Konzeptes ist ein Zentralgebäude mit öffentlich zugänglichem Restaurant sowie Wohngruppen, Tagespflege und verschiedenen Dienstleistern. Den Plan hat Niels Bunzen, geschäftsführender Gesellschafter der Norddeutschen Grundstücksentwicklungsgesellschaft (NGEG), entwickelt, der das Grundstück 2018 gekauft hat.

Investor will Anlieger einbinden

Sein Konzept hatte Bunzen schon im Hauptausschuss vorgestellt und die geplanten Maßnahmen auch mit den Anliegern besprochen, um deren Bedenken und Ideen berücksichtigen zu können. „Wir wollen nur 25 Prozent der Flächen bebauen, also ist die Planung noch beweglich“, sagte er. Die Entwürfe seien lediglich erste Skizzen. „Wir wollen nicht gegen die Nachbarn bauen“, sicherte er im Bauausschuss zu. Deshalb sei auch ein vorhabenbezogener Bebauungsplan das richtige Mittel, da sich damit jede Zusage schriftlich festhalten lasse.

SPD fordert 30 Prozent sozialen Wohnungsbau – und scheitert

Schon im Bauausschuss scheiterte die SPD mit ihrem Wunsch, im Aufstellungsbeschluss 30 Prozent sozialen Wohnungsbau festzuschreiben und auch bezahlbaren Wohnraum für junge Menschen zu schaffen. „Junge Familien müssen auch in Kronshagen eine Chance haben“, sagte Johannes Reimann (SPD). Gerade für diese Zielgruppe würden bezahlbare Wohnungen fehlen.

Das Konzept Seniorenpark sei gut, man dürfe die Idee „nicht mit jungen Menschen verwässern“, sagte UKW-Fraktionschefin Jana Neiser. Generationenübergreifendes Wohnen funktioniere nicht. „Wir müssen realistisch sein und können keine hohen Anforderungen an den Investor stellen, eine Quote für geförderten Wohnraum lehnen wir ab.“ Ähnlich äußerten sich auch CDU und Grüne.

Alle Wohnungen im gleichen Standard

„Wir bauen alle Wohnungen im gleichen Standard. Das bedeutet, jede geförderte Wohnung wird von den anderen mitfinanziert“, erklärte Bunzen. 30 Prozent geförderter Wohnraum seien nicht machbar. Selbst Kiel sehe nur 20 Prozent vor, aber auch nur dann, wenn die Stadt noch Eigentümerin des Grundstückes sei. „In diesem Fall gehört uns das Grundstück.“

Nach der Sitzung legte die SPD nach. Die 2,51 Hektar seien die letzte größere bebaubare Fläche im Ort, deshalb müsse man dort besondere Sorgfalt walten lassen und ein Angebot für alle Kronshagener Schaffen, teilte ihr baupolitische Sprecher Robert Schall mit.

SPD kritisiert Pläne

Die Rechnung, dass ältere Menschen in die kleineren Wohnungen umziehen und ihre Wohnungen für junge Familien freimachen, gehe nicht auf. Bei den derzeitigen Grundstückspreisen würde es nicht gelingen diese an junge Familien zu verkaufen.
Damit habe man wieder eine Chance vertan, Kronshagen zu einer vielseitigen Gemeinde zu machen, so Schall. Er befürchte, dass seniorengerechte Wohnungen, die sich ältere Kronshagener nicht leisten können, weil sie ihre Grundstücke nicht loswerden, von auswärtigen gut betuchten Senioren bezogen werden. Damit steige der Seniorenanteil in der Gemeinde, der schon jetzt bei über 50 Prozent liege, weiter.

SPD: Millionärsgrundstücke zu teuer für junge Menschen

Schalls Kritik: „Die Planung geht zu Lasten junger Singles, Paare und Familien, die gerne in Kronshagen bleiben oder nach der Ausbildung hierher zurückkehren wollen, aber sich die Millionärsgrundstücke von CDU, Grünen und UKW nicht leisten können.“

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