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Rendsburg WOA-Kuhschädel auf Rinderhof angekommen
Lokales Rendsburg WOA-Kuhschädel auf Rinderhof angekommen
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20:09 08.05.2019
Von Frank Scheer
Der alte Wacken-Schädel ist in Bissee angekommen. Egon Blitza vom Verein Skulptur in Bissee ist wieder einmal federführend beim Aufbau der Werke. Quelle: Frank Scheer
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Bissee

Momentan bauen die Vereinshelfer in Bissee die 30 Werke von den 19 Künstlern des 22. Skulpturensommers, der am Sonnabend, 18. Mai, von Björn Engholm eröffnet wird, auf. Das Thema der Open-Air-Schau ist „Metall“. Wir waren gespannt auf das Echo. "Gewünscht hatten wir uns eine breite Auslegung des Themas“, so Karin Russ. Und die ausgewählten Arbeiten ließen die Organisatoren grübeln, staunen und Fragen stellen. Das soll Kunst auch bewirken, schwärmt die Vereinsvorsitzende - der WOA-Bullenschädel ist eines der Ausstellungsstücke.

WOA-Initiatoren von Ausstellungsidee angetan

Die Idee für den Kontakt zu den Festivalmachern hatte Markus Sander vom Verein Skulptur in Bissee. „Was haben die eigentlich mit dem alten Schädel gemacht? Ich habe in Wacken angerufen und nachgefragt sowie die Idee erklärt. Das kam an, wir sollten vorbeikommen.“ Mit Egon Blitza sei er nach Wacken gefahren. Dort musste man das Objekt, das 2013 durch ein wesentlich größeres Logo an der Hauptbühne ersetzt wurde, erst einmal in einem Container suchen, erzählt Sander weiter. Man wurde fündig.

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Bullen-Schäden als Benefiz-Kultobjekt

Ein weiteres Problem war auch schnell vom Tisch. Da das Objekt für den Transporter von Egon Blitza zu groß war, bot Olli Hübner, Bruder des Veranstalters, an, es nach Bissee zu bringen. Diesem Versprechen kam er nach und ließ es am Mittwoch vom Mitarbeiter Jens Möller vorbeibringen. Die unverkäufliche Leihgabe für den Bisseer Skulpturensommer hat Benefizcharakter. Auf ein Honorar wird verzichtet - die Wackener wollen nur, dass eine Spendendose für die Kinderkrebshilfe aufgestellt wird.

Logo passt zum Motto Metall

„Sicher“, so Sander, „es wird einige geben, die die Nase wegen des Schädels rümpfen werden.“ Aber es sei ein Kultobjekt und es passt zum Thema. Zudem verbindet Bissee und Wacken etwas: Vor über 20 Jahren hatten in beiden Dörfern Initiatoren mutige Ideen, aus denen etwas gewachsen ist. Nina und Phillip Horst, auf deren Hof der Stahlkoloss stehen wird, sind beide Wacken-Fans. "Wir haben lange diskutiert, ob das Kult-Logo hier stehen soll. Aber man muss das auch mit einem Augenzwinkern sehen."

Wacken-Fanclub hat sich gegründet

Ein bisschen stolz ist Altbauer Hinrich Horst auf das Stück schon. "Vor fünf Jahren ist Ina auf den Hof gekommen, mittlerweile ist sie meine Schwiegertochter. Sie hat die Leidenschaft für Wacken auf den Hof gebracht", erzählte Horst. Er selbst sei nun auch schon öfter mal da gewesen - nicht auf dem Festivalgelände selbst. "Aber hier in Bissee gibt es einen Wacken-Fanclub."

Jörg Plickat stellt Großskulptur aus

Zu sehen sind bei dieser Schau unter anderem eine Großskulptur des Bildhauers Jörg Plickat (Bredenbek), eine florale Installation von Inga Mommsen (Flensburg) mit den metallenen Elementen des Periodensystems, eiserne Wächter von Ulrich Schmied (Ottersberg), filigrane Libellenflügel des Dänen Søren Schaarup, verspielte Giraffen aus Edelstahl des ebenfalls aus dem Nachbarland kommenden Gleb Dusavitskiy oder Stahlwürfel von Ernst J. Petras. Und noch vieles mehr.

Alltagsgeschichten werden in Bissee gesammelt

„Auch die Alltagsgeschichte, die Menschen mit metallenen Gegenständen erlebten, ist unser Thema“, ergänzt Karin Russ. Jan-Olav Hinz wird im Laufe der Ausstellung die Bisseer Anwohner nach Geschichten mit Werkzeug und Gerätschaften befragen und ihre Erlebnisse dokumentieren; der Bildhauer Kurt Lange bringt Reststücke der ehemaligen Holtenauer Hochbrücke in Erinnerung.

Die Vernissage mit anschließendem Rundgang beginnt am Sonnabend, 18. Mai, um 16 Uhr. Der Skulpturensommer läuft bis 29. Oktober.

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