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Rendsburg Strom für 2500 Haushalte erzeugen
Lokales Rendsburg Strom für 2500 Haushalte erzeugen
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19:00 29.07.2019
Von Sven Janssen
Auf seinen eigenen Flächen vorne links und auf Höhe des Bahnhaltes beidseitig der Autobahn 210 möchte der Bredenbeker Detlef Decke einen Solarpark bauen. Quelle: Sven Janssen
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Bredenbek

Schon im Februar hatte der Bredenbeker Detlef Decke seine Pläne im Bauausschuss vorgestellt. Auf den Flächen seines landwirtschaftlichen Betriebes nördlich und südlich der A210, direkt am Bahnhaltepunkt der Gemeinde, soll der zehn Hektar großer Solarpark aus 35 000 Modulen entstehen. Dieser soll jährlich rund zehn Megawattsstunden Strom produzieren.

„Das entspricht in etwa dem Jahresverbrauch von 2500 Haushalten“, erklärte Decke. Die erzielte CO2-Einsparung liege bei gut 5000 Tonnen. Betrieben werden soll der Solarpark von einer Betreibergesellschaft, die Decke mit Sitz in Bredenbek gründen möchte.

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Abgabefrist für Ausschreibung nach EEG im Dezember

Nach der Vorstellung im Februar hatte der Bauausschuss beschlossen, das Thema auf der nächsten Sitzung voranzubringen. Bislang blieb das Thema aber außen vor. Jetzt drängt die Zeit. „Wegen rechtlicher Änderungen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) muss man an einer Ausschreibung teilnehmen, für die zumindest ein Aufstellungsbeschluss der Gemeinde vorliegen muss, dass man eine entsprechende Anlage errichten darf“, erklärte Unternehmensberater Gerrit Müller-Rüster. Da die Abgabefrist für das Verfahren im Dezember ablaufe sei Eile geboten.

Gemeinde Bredenbek soll wirtschaftliche Vorteile haben

Neben den ökologischen Vorteilen, bringe die Anlage langfristig durch Gewerbe- und Einkommenssteuereinnahmen auch finanzielle Vorteile für die Gemeinde, machte Müller-Rüster das Projekt den Ausschussmitgliedern schmackhaft. Insgesamt würden in den Bau der Anlage rund acht Millionen Euro investiert. Die Wirtschaftlichkeitsberechnungen seien so ausgelegt, dass bereits nach den ersten Jahren, trotz der Abschreibung Gewinne erzielt werden sollen.

Optik gefällt nicht allen Gemeindevertretern

Bartelt Brouer (SPD) äußerte, dass Einige in der Gemeindevertretung mit der Anlage große Bauchschmerzen hätten, weil sie optisch nicht in die Landschaft passe. Seine Frage nach alternativen Standorten verneinte Decke, die Lage sei durch Sonderbaurechte in dieser Fläche vorgegeben. Als Ausgleich für die Maßnahme schlug Decke vor, die Baustraße an der Bredenbek, die als Feuerwehrzufahrt dienen soll, mit einer Obstbaumreihe aufzuwerten. „Das ist mir als Ausgleichsmaßnahme zu wenig“, sagte Peter Böge (CDU). Er schlug vor, an der nördlichen Fläche eine Bepflanzung vorzunehmen, damit man nicht vom Dorf in die Gestelle der Anlage sehen müsse. Decke erklärte sich bereit, im Rahmen seiner Ausgleichsverpflichtung darüber nachzudenken.

Gemeindevertretung soll am 6. August entscheiden

Die Ausschüsse beschlossen einstimmig, dass über den nötigen Aufstellungsbeschluss bereits in der Gemeindevertretung am kommenden Dienstag, 6. August entschieden werden soll.

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KN-online (Kieler Nachrichten) 29.07.2019
Frank Scheer 29.07.2019