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Rendsburg Für ein Glas Honig dreimal um die Welt
Lokales Rendsburg Für ein Glas Honig dreimal um die Welt
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20:00 07.06.2019
Von Sven Tietgen
Martin Eiselt ist froh, dass seine Honigbeuten noch da sind und nicht gestohlen wurden. Quelle: Sven Tietgen
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Bordesholm

Martin Eiselt hat in den 15 Jahren seiner Hobbyimker-Laufbahn noch nie von so einem Diebstahl gehört. In großem Stil wurde, wie berichtet, die Honigernte von zwei Imkern aus Dätgen und Langwedel gestohlen. Insgesamt 1,5 Tonnen Honig nahmen die Diebe mit. „Das sieht nach organisierter Kriminalität aus, das waren Profis. Früher gab es das nicht, da wurden vielleicht mal ein paar Völker geklaut“, sagt Eiselt.

Kurz nach Bekanntwerden des Diebstahls fuhr der Bordesholmer zu seinen Bienenstöcken in der Feldmark bei Schönbek, Loop und Dätgen. Zu seiner Erleichterung waren alle Honigbeuten in den Stöcken noch vorhanden. Auch seine Imkerkollegen kontrollierten ihre Bienenstandorte. Mit den bestohlenen Imker fühlt Eiselt mit. „Wir Imker sind ja meistens versichert, aber der seelische Schaden ist viel größer“, erklärt der 56-Jährige.

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Genau den Erntezeitpunkt abgepasst

Die Diebe haben nämlich genau den Zeitpunkt der Ernte abgepasst. Auch bei Martin Eiselt sind die Honigbeuten gut gefüllt, in den Waben steckt der Nektar von Frühtrachtpflanzen wie Raps, Weißdorn oder Löwenzahn. Jetzt ist die Haupterntezeit für die Imker, die Frühtracht macht den größten Teil der Jahresproduktion der Bienensammler aus. „Da hat man sich monatelang um die Bienen gekümmert und ist schon gespannt auf den Honig, und kurz vor der Ziellinie wird er geklaut, das ist sicher schwer auszuhalten“, sagt Eiselt.

In der aktuellen Bienenwoche der Lindengrundschule wird sein Mitgefühl durch die Freude über die Grundschüler abgelöst, die mit ihm seine Bienenvölker besuchen und als „Krönung“ beim Honigschleudern mithelfen.

Lindenschüler schleudern Honig

Die Erst- und Zweitklässler der Delfinklasse drehen mit Feuereifer solange an der Kurbel, bis die goldgelbe Masse aus der Zentrifuge quillt. Zuvor schabten sie mit einer Spezialgabel die Deckel der gefüllten Honigwaben ab. Dabei erfreuen sie den Bienenexperten mit ihrem Wissen um die Rollen von Königin, der Drohnen und der Arbeiterinnen.

Mit einem besonderen Vergleich macht Martin Eiselt, der in der Lindengrundschule die Offene Ganztagsschule leitet und auch als Hausmeister agiert, die Anstrengungen der Honigbienen deutlich. „Um ein Glas Honig zu produzieren, muss eine Biene drei Mal um die Welt fliegen“, betont der Imker. Ob er zukünftig versteckte Kameras einsetzt, weiß er noch nicht. Die Orte seiner Bienenstöcke wählt er schon immer so, dass sie möglichst versteckt stehen, aber dennoch mit dem Auto erreichbar sind.

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